Helfer_innen sollen Flüchtlinge nicht zu Karneval mitbringen

Polizei irritiert mit Rundschreiben an Flüchtlingsheime

von Jana Klein

Cologne_KarnevalEin „massiertes Auftreten von Flüchtlingen und Asylbewerbern“ fürchtet man bei der Polizei NRW an Karneval. Darum forderte man Helfer_innen nun in einer Mail auf, nicht mit den Menschen aus den Heimen auf die Feste zu gehen. Helfer_innen sollen Flüchtlinge nicht zu Karneval mitbringen weiterlesen

Jodelaaaaahuiii!

Unser Redakteur hat die Campus-App Jodel getestet. Mit gemischten Gefühlen

 von Samuel F. Johanns

Jodel heißt das relativ neue Campus-App-Phänomen, welches sich auch in Bonn unter Studierenden steigender Beliebtheit erfreut.
Auf Jodel können die Nutzer_innen („Jodler“) völlig anonym Posts („Jodels“) verfassen, welche Privates oder Campuspezifisches frei von der Leber der Community zur Verfügung stellen. Diese kann dann per UpVote (like) oder DownVote (dislike) über die Güte dieser Beiträge hohes Geschworenen-Gericht halten. Das Ganze erinnert dabei etwas an Gladiatorenkämpfe der römischen Antike. Fällt nämlich die Beliebtheits-Bilanz eines Jodels auf -5, wird dieser ins Daten-Nirwana geschickt.
Außerdem besteht die Möglichkeit, Hauptjodels mit kleineren Jodels zu kommentieren. Für die Redekultur interessant ist es dabei, dass auch diese Kommentarjodels durch Down-Votes „vernichtet“ werden können. Jodelaaaaahuiii! weiterlesen

„Wir wollen für die Europäische Idee begeistern“

Im Gespräch mit den Jungen Europäischen Föderalisten Bonn

Interview von Laila N. Riedmiller

v.R.n.L: Niklas, Jan, Biljana. Foto: Samuel F. Johanns
v.R.n.L: Niklas, Jan, Biljana. Foto: Samuel F. Johanns

Biljana Vrhovac, Jan Küthe und Niklas Höhle sind drei Gesichter der JEF-Hochschulgruppe Bonn. Sie alle sind begeistert von der Europäischen Idee und haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für Europa zu gewinnen.
Biljana studiert Jura und ist bereits seit 2012 bei den Jungen Europäischen Föderalisten aktiv. Über die Bekanntschaft mit ihr kamen auch Jan und Niklas zur Organisation. Jan studiert Mathematik im Master und wurde durch einen europakritischen Zeitungsartikel motiviert, sich in der von Biljana beworbenen Organisation zu engagieren. Niklas studiert Law and Economics im Bachelor. Nach dem Brexit kam für ihn die Erkenntnis, dass ein Engagement für die EU wichtig sei und dass er selbst Teil einer proeuropäischen Initiative werden müsse. „Wir wollen für die Europäische Idee begeistern“ weiterlesen

Der Dezember ist der Monat aus der Hölle

… zumindest, wenn man aus einer postchristlichen Familie stammt

von Jana Klein

Angekündigt wurde es bereits Ende November: Herausragend schlechte Memes im WhatsApp-Chat der Familie, versendet von Müttern 50+, verkündeten: Advent, es ist Advent. In diesem Falle der erste. Schritt für Schritt dann wurden die Daumenschrauben dieser Jahreszeit des sozialen Zwangs fester gezogen – Doodle-Links des Grauens, mit denen man auszuklamüsern hat, wann jeweils eine der gefühlt zehn Weihnachtsfeiern des Betriebs, des Vereins oder des Instituts stattfinden könnte. Je stärker die Liebe in den Herzen, desto dicker der Adresskalender, desto stärker der Termindruck. Der Dezember ist der Monat aus der Hölle weiterlesen

Julia Caesar

Shakespeare Company mit zeitgenössischer Interpretation des Klassikers

 Gastbeitrag der BUSC

juliacaesarwebDiesen Winter spielt die Bonn University Shakespeare Company e.V. eine moderne Inszenierung von Shakespeares politischem Klassiker, der zeitloser nicht sein könnte. Julia Caesar ist die mächtigste Frau Roms. Während sich die politische Elite in dem damit einhergehenden Status Quo langweilt, neiden einige Verschwörer Caesar ihre Position. Trotz Demonstrationen im Inneren und Terrordrohungen von außen planen sie die Ermordung Caesars im Senat. Als ihnen dies gelingt, reichen ein unentschlossener Moment und eine der besten Reden in Shakespeares Werk um die Stimmung im Volk kippen zu lassen und einen Bürgerkrieg mit ungewissem Ausgang zu entfachen.

„Julius Caesar“ ist in seiner politischen Brisanz auch heute noch relevant. Gepaart mit der Frustration über zu wenig Frauenfiguren bei Shakespeare (und leider auch in modernen Geschichten) kam dann die Idee auf, auch die Titelfigur weiblich zu besetzen. Hoch aktuell in Zeiten von Angela Merkel, Theresa May und Hillary Clinton.

Die Bonn University Shakespeare Company ist ein gemeinnütziger Verein, der vor 24 Jahren am Englischen Seminar der Uni Bonn entstand. Seitdem produziert die studentisch geprägte Laiengruppe zwei Theaterstücke im Jahr, aber begrenzt sich nicht nur auf Shakespeare.

Termine
8.,9.,10., + 12.,13.,14.,15.12. in der Brotfabrik Bühne Beuel, jeweils 20 Uhr

Studentenverbindungen und ihre Rituale

Eine kleine Einleitung

 von Jan Bachmann

Historische Zeichnung von  C. W. Allers von 1902
Historische Zeichnung von C. W. Allers von 1902

Im studentischen Verbindungsleben gibt es zahlreiche Rituale und Bräuche. Natürlich sind diese Rituale je nach Art der Verbindung und nach Sitte in der einzelnen Verbindung sehr verschieden.

Farben und Bänder
Den meisten Studierenden dürften schon die bunten Bänder aufgefallen sein, die viele Verbindungsstudenten tragen. Während die Bänder von Burschen, also den Vollmittgliedern einer Verbindung in der Regel drei Farben haben, haben die Bänder der Füchse, also der Neumitglieder, die noch in einer Art Probezeit sind, zwei Farben. Die jeweils älteste Verbindung in einer Stadt darf die Farben Schwarz, Rot und Gold tragen. In Bonn ist dies die Burschenschaft Alemannia. Zusätzlich gibt es auch noch Uniformen, verschiedene Formen von Mützen und auch Degen, bzw. Zierdegen, da das Tragen von Degen in der Öffentlichkeit in der Regel untersagt ist. All dies wird jedoch nur selten zu wichtigen Anlässen getragen. Studentenverbindungen und ihre Rituale weiterlesen

Musische Verbindungen

Warum Ideologie nicht immer vorrangig in studentischen Korporationen ist.

 von Jan Bachmann

Nicht jede Verbindung schlägt Narben, einige schlagen lieber Saiten: So in etwa könnte man die oftmals nicht minder traditionsreichen musikalischen Verbindungen in deutschen Universitätsstädten beschreiben. Nicht an konfessionelle oder politische Merkmale in der Auswahl ihrer Mitglieder beschränkt, wobei hier Unterschiede zwischen den diversen Vereinigungen bestehen, was konventionelle Kriterien, insbesondere Geschlecht, bei der Aufnahme von Neulingen (Fuchsen) angeht. Musische Verbindungen weiterlesen

Verbindung gleich Verbindung?

Eine kleine Typologie der Verbindungen

 von Jan Bachmann

chargierte_der_regiomontana_koenigsberg_1930
Seit dem frühen 20. Jahrhundert gab es auch Frauen im Verbindungswesen. Chargierte der ostpreußischen Damenschaft Regiomontana Königsberg. Historisches Foto von 1930

In der Diskussion über Studentenverbindungen fällt auf, dass der Begriff Burschenschaft oft stellvertretend für alle Arten von Studentenverbindungen benutzt wird, dabei sind nur ein Teil der Studentenverbindungen Burschenschaften.

Landsmannschaften und Corps
Landsmannschaften waren ursprünglich reine Zweckverbände mit Zwangsmitgliedschaften, die Studenten eines Landes zusammen schlossen.  Nachdem sie weitestgehend ausgestorben waren bildeten sich im frühen 19. Jahrhundert neue Landsmannschaften, denen man jedoch unabhängig von der eigenen Herkunft beitreten konnte. Bereits einige Zeit vor den neuen Landsmannschaften bildeten sich Corps. Verbindung gleich Verbindung? weiterlesen

Womit sehen sich Verbindungen heute konfrontiert?

Ein kurzer Scan

Kommentar von Clarissa Clever

In unserer heutigen Zeit sehen sich Verbindungen, also Verbindungsstudenten mit immer häufig widerkehrenden Bildern und Vorurteilen ihrer Umwelt konfrontiert. Doch sind diese berechtigt?
Wenn man sich eine Verbindung vorstellt, denkt man meistens an eine Gruppe rechtsradikaler, junger Männer, die sich täglich komatös betrinken. Dies ist jedoch schon längst nicht mehr der Fall. Womit sehen sich Verbindungen heute konfrontiert? weiterlesen

Verbindungen – noch zeitgemäß?

Warum Verbindungen häufig unter einem falschen Licht betrachtet werden

Kommentar von Clarissa Clever

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NS-Propaganda gegen Studentenverbindungen. 1935
NS-Propaganda gegen Studentenverbindungen. 1935

Viele Verbindungen, beispielsweise Corps und Burschenschaften müssen sich heute immer noch mit vielen, teilweise weitreichenden Vorurteilen auseinandersetzen. Im Folgenden sollen die Vorwürfe näher beleuchtet werden und ob diese zutreffen und gerechtfertigt sind.
Zuerst sollte gesagt werden, dass es bedenklich ist allgemein über Verbindungen und Burschenschaften zu sprechen. Jede hat andere Grundsätze und Prinzipien, was eine konkrete Diskussion erschwert. Allein deshalb sind viele Vorwürfe nichts anderes als Vorurteile und sollten demnach nicht in ihrer ganzen Dimension ernst genommen werden. Verbindungen – noch zeitgemäß? weiterlesen