„Oft kann man doch mehr machen, als man denkt“

Im Gespräch mit einem stellvertretenden Vorsitzenden des AStA

 von Clarissa Clever

Simon Merkt (JUSO HSG) im Büro des AStA-Vorsitz. Foto: Sam F. Johanns
Simon Merkt (JUSO HSG) im Büro des AStA-Vorsitz. Foto: Sam F. Johanns

Simon Merkt (JUSO HSG), der im 5.Semester Mathematik im Master studiert, ist in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal im Vorsitz des AStA tätig. Im Gespräch mit der Friedrichs Wilhelm erzählt er vom Aufbau des Vorsitz und  seinen Aufgaben und Alltag.

FW: Hallo Simon. Schön Dich zu sehen. Du bist, mit Felix Krings (RCDS) zusammen, als stellvertretender Vorsitzender tätig. Aber was genau heißt stellvertretener Vorsitz eigentlich? Wie ist der Vorsitz aufgebaut?
Simon Merkt: Der Vorsitz muss, laut unserer Satzung,
aus einer Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden und einer Stellvertreterin bzw. eines Stellvertreters bestehen. Zurzeit sind wir zwei Stellvertreter, unter denen es keine ,,Rangordnung“ gibt, wobei die Vorsitzende natürlich mehr Kompetenzen hat, als mehrere Stellvertreter. Der Rest, d.h. Aufbau und Organisation, wird selbst organisiert und abgesprochen. Man kann natürlich ,,stellvertreten“ bei Wort nehmen und nur dann handeln, wenn die Vorsitzende unpässlich ist. So haben wir das aber nicht aufgeteilt. Wir machen vieles gemeinsam und sprechen uns ab, so dass nicht immer alle, aber wenigstens einer bei Terminen oder zu den Sprechzeiten im AStA ist.
FW: Welche Aufgaben übernimmt der stellvertretende Vorsitz? Was sind deine Aufgaben?
Simon: Die Aufgaben des Vorsitzes kann man in zwei Kategorien einteilen. Einmal die Behördenleitung, denn der AStA ist auch eine Behörde mit ca. 30 Festangestellten, einem Haushalt von 1,5 Mio. € jährlich und muss natürlich geleitet und verwaltet werden, d.h. Mitarbeitergespräche führen und z.B. im AStA-Laden in Poppelsdorf eine neue Leitung einstellen, also die Stelle ausschreib und Bewerbungsgespräche führen. Man muss auch mit dem Personalrat im Kontakt sein.
Dann wäre da noch, was man sich normalerweise unter AStA Arbeit vorstellt und zwar die politische Arbeit, d.h. Interessensvertretung. Wir treffen uns ca. alle 6 Wochen mit dem Rektorat, der Geschäftsführung des Studierendenwerkes und dem Senat und legen die Interessen der Studierenden dar.

FW: Wieviel Zeit nimmt deine Arbeit ungefähr in Anspruch?
Simon: Ich habe zwei feste Tage in der Woche, dienstags und donnerstags, an denen ich um die Mittagszeit im AStA bin. So genau kann man das eigentlich nicht sagen, da das immer variiert, vielleicht so 10-20h pro Woche.

FW: Du hast jetzt dem SP einen Antrag vorgestellt. Worum ging es da?
Simon: Genau, ich habe einen Antrag formuliert, in dem es um das Kinderbetreuungs-Projekt ,,Kinderstern“, welches wir gemeinsam mit der Universität und dem Studierendenwerk anbieten, geht. Es hat immer noch Projektcharakter und in diesem Antrag haben wir formuliert, dass wir das Projekt gerne unbefristet verlängern möchten. Denn dieses Projekt ist bisher in Deutschland einzigartig und bietet Studierenden und Mitarbeitern der Universität eine Kinderbetreeung über normale Kita Öffnungszeiten hinaus. Der Antrag ist, zum Glück, auch mit relativ großer Unterstützung durchgekommen.

FW: Gibt es etwas, das dir besonders an der Arbeit gefällt?
Simon: Ja, klar, die ganzen Häppchen, die man im Senat kriegt. (Haha) Nein, Spaß, am meisten Freude macht es mir Leuten zu helfen, z.B. bei dem ,,Freitisch“ -Angebot, wo Studierende in finanziellen Nöten die Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung beim Mensa-Essen bekommen. Es ist auch eine gewisse Verantwortung, welche die Entscheidung darüber, wer Unterstützung bekommt, mit sich bringt.

FW: Auch etwas, das du weniger nett findest?
Simon: Das ist so schwierig zu beantworten. Es ist vielleicht ein bisschen mühsam, sich durch die starren Strukturen zu arbeiten, wenn man z.B. einen Antrag stellen möchte. Es dauert alles relativ lange, bis man ein Ergebnis sieht, aber ich denke, das ist für eine Behörde normal. Wir überlegen im Vorsit, wie wir das vielleicht ein bisschen schneller und produktiver gestalten können

FW: Möchtest du noch was hinzufügen?
Simon: Ich kann den Studierenden nur empfehlen, wenn sie Sachen stören, auf uns zuzugehen und Hilfe zu suchen. Oft kann man doch mehr machen, als man denkt, z.B. gegenüber Verwaltung und Professorenschaft und die eigene Position ist doch nicht so machtlos, wie gedacht.

FW: Vielen Dank für das Gespräch!

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