Sexualisierter Übergriff an Weiberfastnacht

Gewalttätige Übergriffe auf eine Frauengruppe am Kölner Neumarkt

Am Abend des vergangenen Donnerstag gegen 21 Uhr kam es im Rahmen des Karnevals an der Kölner Bahnhaltestelle Neumarkt zu einem tätlichen Übergriff von vier Männern auf vier feiernde Frauen aus Köln und Bonn.Die Angegriffenen schildern den Übergriff als sexualisiert und gewalttätig. Nachdem sie die vier Frauen mehrmals aggressiv nach Feuer gefragt hatten, wurde ihnen, als sie auf der Rolltreppe standen, gedroht. Wenn sie die offenkundig bedrohliche Situation nicht über sich ergehen ließen, könne man sie auch die Rolltreppe hinunterwerfen. Dies war offenbar ein Verweis auf den Berliner Fall vor einigen Wochen, als eine Frau eine Rolltreppe hinuntergestoßen worden war.

Am Ende der Rolltreppe fingen die Männer die Frauengruppe ab, langten zuerst zu deren Oberkörpern und stießen dann eine von ihnen zu Boden. Darauf folgten einige Schläge vonseiten der Männer, die bei den Angegriffenen Schürfwunden, Blessuren und weitere Verletzungen mit sich brachten.

Zwei der Frauen konnten sich ohne weitere Verletzungen retten, während die anderen beiden sich gegen den Angriff zur Wehr setzten. Daraufhin folgten vonseiten der Täter mehrere frauenfeindliche und homophobe Kommentare, die beiden Frauen wurden unter Anderem ins Gesicht geschlagen.

Als die vier Frauen schließlich gemeinsam zu den Gleisen rannten, wurden sie nur noch von einem der Männer verfolgt. Er brüllte ihnen den Angegriffenen zufolge hinterher, dass sie, wenn sie Männer gewesen wären, von den Tätern „abgestochen“ worden wären.

Die angegriffenen Frauen konnten sich in eine U-Bahn retten und gaben nun eine Anzeige bei der Bonner Polizei auf.

Der Täterbeschreibung zufolge waren die Männer etwa 19 bis 20 Jahre alt, hellhäutig und sportlich gekleidet. Keiner von ihnen trug eine Verkleidung, einer hatte blonde und einer dunkle Haare. Einer der Täter soll eine auffällige, rotweiß geringelte Mütze getragen haben.

Bei der Rolltreppe handelt es sich um die, die von der Schildergasse in die Zwischenetage der U-Bahn-Haltestelle führt.

Offenbar existieren in der U-Bahn-Station seit kurzem Kameras, die den Vorfall möglicherweise dokumentiert haben könnten. Jedoch kritisieren die Betroffenen, dass bei der Aufnahme der Anzeige die zuständige Beamtin mehrfach explizit nachgehakt habe, ob die Täter denn sicherlich weiß gewesen seien. In den Augen der Angegriffenen wichtige Details zum Vorfall seien in der Aufnahme der Anzeige ausgelassen worden. Zudem hätte die Beamtin geäußert, dass der Fall über das Wochenende vermutlich zunächst liegen bleiben und erst am Montag der Kölner Polizei übergeben würde.

Da die Kameras jedoch die Videoaufnahmen unseren Informationen zufolge 48 Stunden nach der Aufzeichnung löschen müssten, ist es für eine Beweisaufnahme unerlässlich, dass sie bis heute Abend,dem 25.2. um 21 Uhr, gesichert werden, um ausgewertet werden zu können. Zwei der angegriffenen Frauen sind Mitarbeiterinnen im Rat der Stadt Köln, eine ist Mitarbeiterin im Bonner AStA. Die Redaktion steht mit ihr im Kontakt und hat sich mit ihr über den Vorfall unterhalten.

Aktuell werden weiterhin dringend Zeug_innen gesucht, die Hinweise zu dem Vorfall geben können.

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