Flucht und Ankunft, Ablehnung und Aufnahme

Im Gespräch mit einem syrischen Geflüchteten                 

von Julia Pelger

intervprofilDas Gespräch mit Basel findet in gemütlicher Atmosphäre bei Tee und Wasserpfeife statt. Es ist kein gewöhnliches Interview, wie sich schnell herausstellt: Basel hat viel zu erzählen; es ist kaum nötig, ihm allzu viele Fragen zu stellen. Er kommt aus Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens, welche seit 2012 ein zentraler Austragungsort des syrischen Bürgerkrieges ist: Die Stadt ist geteilt, der westliche Teil gehört zum Kontrollgebiet Assads, der östliche wird von rebellischen Truppen besetzt. An der dortigen Universität hat er auch sein Medizinstudium absolviert und für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ gearbeitet. „Wenn man in Syrien studiert, ist der Traum immer, nach Deutschland oder in die USA auszuwandern!“ erklärt er; ein Wunsch, den Studierende dort auch außerhalb der politischen Lage haben. „Flucht und Ankunft, Ablehnung und Aufnahme“ weiterlesen

Ippendorf

Wohnen in der Peripherie – Teil 1                          

von Samuel F. Johanns

ippendorfStudierende, die in Bonn Ippendorf leben, kennen das Phänomen. Der Ortsteil ist ein bisschen wie ein Dorf im Dorf am Rhein. Wenn ich erzähle, dass ich in Bonn Ippendorf wohne hört man immer die gleiche Frage „Wo liegt das denn?“. Es ist ein bisschen wie die Frage „Was willst du denn später mal damit machen?“ oder, „Kann man damit eine Familie ernähren“, es ist auch ein bisschen traurig!

Am besten beschreibt man die geographische Position von Ippendorf als „beim Venusberg auf der anderen Seite“ oder „weißt du in etwa wo Waldau liegt?“. Zumindest junge Familien kennen den Wanderpfad Waldau der am Wochenende gefühlt halb Bonn zum Familienausflug mit Wildgehegebesichtigung und pädagogischem Mehrwert magnetisch anzieht. Ansonsten ist es hier ein bisschen wie in einer anderen Welt. „Ippendorf“ weiterlesen

Das Studium in der Wolke

Mit Sciebo gibt es endlich einen sicheren und nicht kommerziellen
Speicherplatz für alle Studierenden

von Ronny Bittner und dem IT-Referat

Wer im Studium gemeinsam Projekte oder Referate erarbeiten und dabei Dateien mit anderen Studierenden teilen muss, der hat bisher meist auf Google Drive oder Dropbox zurückgegriffen. Mit Sciebo könnte sich das nun ändern.

Sciebo ist ein gemeinsames Projekt von Sync & Share NRW, das einen nichtkommerziellen Cloud-Speicherdienst für Forschung, Studium und Lehre zur Verfügung stellt. 22 Hochschulen in NRW machen mit und die Universität Bonn ist nicht nur Teilnehmer, sondern stellt neben Münster und Duisburg-Essen einen der drei Server-Standpunkte. „Das Studium in der Wolke“ weiterlesen

Friedrichs Wilhelm

Was es mit dieser neuen Zeitung auf sich hat

von Jan Bachmann

Es gibt Dinge, die sind ein wenig aus der Mode gekommen. Eine Zeitung zu gründen gehört sicherlich dazu, dennoch wagen wir den Versuch, weil wir denken, dass es nötig ist.

20151028_163121Wer den Bonner Zeitungsmarkt kennt, weiß, dass das Angebot an Zeitungen – wie so oft im Lokaljournalismus – recht eingeschränkt ist. Da gibt es eine Zeitung, die den Markt beherrscht. Sie tut das nicht einmal, weil sie sonderlich gut wäre, sondern nur, weil sie schon so groß ist, dass man sie liest oder in ihr erwähnt werden will.

Dann gibt es noch Werbeblättchen und die Boulevardpresse, mehr gibt es leider nicht. „Friedrichs Wilhelm“ weiterlesen

Die Universität lebt!

Rede zur Eröffnung des Akademischen Jahres 2015

von Lillian Bäcker

Sehr geehrte Anwesende,

_MG_0117-2ich freue mich sehr, mit Ihnen allen zusammen so feierlich den Beginn des akademischen Jahres zu begehen. Es ist eine gute Gelegenheit, um sich noch einmal zu besinnen, was wir als Universität sind und was wir sein wollen. Wobei… Vor allem geht es doch darum, was wir sein wollen. Denn daran sollte sich unser Handeln orientieren, um das Bestmögliche zu erreichen. Wer Visionen hat, soll bekanntlich zum Arzt gehen… Aber von ihnen lebt letztendlich unsere Bildungslandschaft. „Die Universität lebt!“ weiterlesen

„Wirtschafts-Wissenschaft!“

Zur feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2015/16

von Tobias Panthel

wiwiBöse Zungen behaupten ja, dass das Gegenteil von gut nicht schlecht, sondern gut gemeint sei. Bei der Eröffnungsfeier des Akademischen Jahres 2015/2016 in der Aula der Universität am 19. Oktober hätte man jedenfalls zu diesem Gedanken kommen können. Wir schreiben das Jahr 2015 und man rühmt sich tatsächlich damit, dass nun endlich mehr Studenten [sic!] bei diesen Feierlichkeiten anwesend seien, dass die Universität Bonn in Zukunft auch gerne gute Lehre (und nicht nur elitäre Forschung) haben möchte und schließlich, dass man sogar eine Prorektorin für digitale Angelegenheiten habe. Hört, hört, das muss dieser Fortschritt sein von dem immer alle reden. „„Wirtschafts-Wissenschaft!““ weiterlesen

„Der wirtschaftliche Druck wird wachsen“

Jürgen Huber ist der neue Geschäftsführer des Studierendenwerks Bonn. Ein Gespräch über Pläne und Ziele. 

Interview von Ronny Bittner

fw: Seit dem 1. Juli 2015 sind Sie neuer Leiter des Studierendenwerkes Bonn. War das schon immer ein Traum von Ihnen? Wie sehen Sie Ihre neue Herausforderung?

Foto: Barbara FRommann
Foto: Barbara Frommann/Studierendenwerk

Huber: Ich habe in meinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium bereits einen Schwerpunkt auf öffentliche Unternehmungen und Sozialpolitik gelegt. Es war für mich recht früh klar, dass ich beruflich im Non-Profit-Bereich Fuß fassen möchte. Ich bin lange Jahre als Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer im Bereich des Krankenhaus-Managements tätig gewesen. „„Der wirtschaftliche Druck wird wachsen““ weiterlesen

Welche Aufklärung leistet Bravo überhaupt noch?

Ein zweiter Blick auf die Internetseite des Jugendmagazins

von Jana Klein

Die 100 Flirttipps der Bravo waren kein Fehltritt in einem sonst auf Aufklärung gerichteten Angebot an Kinder und Jugendliche. Im interaktiven Webauftritt des Magazins wimmelt es nur so von Misogynie.

Die Pubertät ist eine Zeit voller Unsicherheit, Ängsten und neuen, verwirrenden Gefühlen. Die Erfahrung der erwachenden Sexualität wäre so schon heftig genug, wenn nicht auch noch die ganzen Veränderungen der Körper und ihre Ausdifferenzierung in »weiblich« und »männlich« hinzukommen würden. Eine Lebensphase also, in der Jugendliche jedes Anrecht darauf hätten, dass wir ihnen Aufklärung, Sicherheit, Unterstützung bieten. Sie, sprichwörtlich, ein bisschen an die Hand nehmen, ohne in ihre Räume, ihre Freiheiten, ihre Intimsphären einzudringen. „Welche Aufklärung leistet Bravo überhaupt noch?“ weiterlesen

Liebe Studenten, Facebookcommunity und alle Flüchtlingshelfer,

Kolumne von Jana Klein

ich habe beim Aufräumen noch ein paar alte, aber undurchlöcherte Socken gefunden. Sind in Größe 38-41 und schlicht schwarz. Weiß jemand jemanden, der sie gebrauchen kann? Ich habe mein Gesuch auch schon in diverse Unterstützergruppen bei facebook gepostet. Könnt ihr mein Gesuch vielleicht weiterleiten! ich wär euch echt MEGA dankbar
Herzi, eure Jana „Liebe Studenten, Facebookcommunity und alle Flüchtlingshelfer,“ weiterlesen

„Ende mit dem Demokratiewahn!“

Kommentar von Laila Riedmiller und Samuel F. Johanns

Die beiden OB-Wahlen in Köln und Bonn haben es einmal mehr bewiesen: Niemand will wirklich ernsthaft Demokratie und Wahlrecht!demokrat In Bonn wählten nur circa 45% der Bevölkerung (davon vermutlich ein Großteil gekaufte Wähler, um die Demokratie zu wahren), in Köln waren es nur 40%. In Köln kam erschwerend hinzu, dass aufgrund schlampiger bürokratischer Arbeit sämtliche Wahlzettel neu gedruckt werden mussten, was einen erheblichen Kostenaufwand bedeutet.
Schlampige Behördenarbeit ist Resultat mangelnder Strafmaßnahmen, die für Demokratien typisch sind.
Es ist kein Zufall, dass Staaten, in denen Wahlhelfer und Angestellte willkürlich an die Wand gestellt werden, eine wesentlich höhere Arbeitseffizienz und Sorgfalt aufweisen! „„Ende mit dem Demokratiewahn!““ weiterlesen