Jodelaaaaahuiii!

Unser Redakteur hat die Campus-App Jodel getestet. Mit gemischten Gefühlen

 von Samuel F. Johanns

Jodel heißt das relativ neue Campus-App-Phänomen, welches sich auch in Bonn unter Studierenden steigender Beliebtheit erfreut.
Auf Jodel können die Nutzer_innen („Jodler“) völlig anonym Posts („Jodels“) verfassen, welche Privates oder Campuspezifisches frei von der Leber der Community zur Verfügung stellen. Diese kann dann per UpVote (like) oder DownVote (dislike) über die Güte dieser Beiträge hohes Geschworenen-Gericht halten. Das Ganze erinnert dabei etwas an Gladiatorenkämpfe der römischen Antike. Fällt nämlich die Beliebtheits-Bilanz eines Jodels auf -5, wird dieser ins Daten-Nirwana geschickt.
Außerdem besteht die Möglichkeit, Hauptjodels mit kleineren Jodels zu kommentieren. Für die Redekultur interessant ist es dabei, dass auch diese Kommentarjodels durch Down-Votes „vernichtet“ werden können. Jodelaaaaahuiii! weiterlesen

„Wir wollen für die Europäische Idee begeistern“

Im Gespräch mit den Jungen Europäischen Föderalisten Bonn

Interview von Laila N. Riedmiller

v.R.n.L: Niklas, Jan, Biljana. Foto: Samuel F. Johanns
v.R.n.L: Niklas, Jan, Biljana. Foto: Samuel F. Johanns

Biljana Vrhovac, Jan Küthe und Niklas Höhle sind drei Gesichter der JEF-Hochschulgruppe Bonn. Sie alle sind begeistert von der Europäischen Idee und haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für Europa zu gewinnen.
Biljana studiert Jura und ist bereits seit 2012 bei den Jungen Europäischen Föderalisten aktiv. Über die Bekanntschaft mit ihr kamen auch Jan und Niklas zur Organisation. Jan studiert Mathematik im Master und wurde durch einen europakritischen Zeitungsartikel motiviert, sich in der von Biljana beworbenen Organisation zu engagieren. Niklas studiert Law and Economics im Bachelor. Nach dem Brexit kam für ihn die Erkenntnis, dass ein Engagement für die EU wichtig sei und dass er selbst Teil einer proeuropäischen Initiative werden müsse. „Wir wollen für die Europäische Idee begeistern“ weiterlesen

Der Dezember ist der Monat aus der Hölle

… zumindest, wenn man aus einer postchristlichen Familie stammt

von Jana Klein

Angekündigt wurde es bereits Ende November: Herausragend schlechte Memes im WhatsApp-Chat der Familie, versendet von Müttern 50+, verkündeten: Advent, es ist Advent. In diesem Falle der erste. Schritt für Schritt dann wurden die Daumenschrauben dieser Jahreszeit des sozialen Zwangs fester gezogen – Doodle-Links des Grauens, mit denen man auszuklamüsern hat, wann jeweils eine der gefühlt zehn Weihnachtsfeiern des Betriebs, des Vereins oder des Instituts stattfinden könnte. Je stärker die Liebe in den Herzen, desto dicker der Adresskalender, desto stärker der Termindruck. Der Dezember ist der Monat aus der Hölle weiterlesen

Editorial #18

lailakettenDie Tage werden kürzer, die Nächte länger  und die Bewegung kommt dabei oft etwas zu kurz. Gut, wenn es ein Unisportangebot gibt. Weniger gut, wenn dessen Nutzung mitunter nicht ganz unproblematisch ist. Wie sich der AStA zurzeit mit dem Sportangebot befasst und warum die Anlage am Venusberg nicht in jeder Hinsicht unproblematisch ist, das lest ihr in dieser Ausgabe.
Nicht jede_r fährt den Venusberg hinauf, um Sport zu machen. Einige Universitätsanlagen und Fakultäten haben dort ihren Sitz, weshalb viele Studierende tagtäglich den Weg nach oben antreten, um ihre Veranstaltungen zu besuchen. Die Stadt debattiert aktuell über das ÖPNV-Angebot dort. In diesem Zuge gibt es Vorschläge, eine Seilbahn einzurichten, insbesondere, nachdem eine der Buslinien nun wegfallen soll (wir berichteten). Hierzu haben wir einen Gastartikel.
Auch der „Effektive Altruismus“ ist Thema eines Gastbeitrags, der zudem auch auf Englisch auf unserer Webseite zu finden sein wird. Ein weiterer Gastbeitrag, der diese Ausgabe mitgestaltet, befasst sich mit der problematischen Boykottkampagne BDS und deren Aktivitäten in Bonn.
Zudem lest ihr, wie das türkische Bildungssystem ab 1933 von deutsch-jüdischen Flüchtlingen mitgestaltet wurde und habt die Möglichkeit, euch in einem Interview über die aktuelle Arbeit des AStA-Vorstandes zu informieren.
Wer Interesse an Kultur hat, sollte schnell weiterblättern, denn in dieser Ausgabe erfahrt ihr, welches Stück das Bonner Universitätstheater Shakespeare Company in dieser Saison aufführt.

Wir wünschen euch wie immer viel Spaß mit der vorliegenden Ausgabe!

Haymatloz

Deutsch-jüdische Flüchtlinge begründeten 1933 die türkische Hochschullandschaft

 von Jana Klein

Gebäude der Großen Nationalversammlung der Türkei, entworfen von Clemens Holzmeister. Quelle: Wikipedia Makrik
Gebäude der Großen Nationalversammlung der Türkei, entworfen von Clemens Holzmeister. Quelle: Wikipedia Makrik

Es ist eine weitgehend unbekannte Exil-Geschichte, die ausgerechnet jetzt, wo die Zahl der Asylanträge wegen politischer Verfolgung durch Menschen aus der Türkei wieder steigt, in Erinnerung gerufen wird. Die Kino-Dokumentation „Haymatloz“* verfolgt das Leben und Schicksal der Kinder derjenigen, die in den 30er- und 40er-Jahren, teilweise darüber hinaus, in der Türkei Universitäten aufgebaut und Fachrichtungen für die Türkei begründet haben. Wie genau kam es zu der massenhaften Ausreise in die Türkei und was haben die zumeist jüdischen Deutschen dort geleistet? Haymatloz weiterlesen

Mangelware Wegbeleuchtung

Die Sportanlage Venusberg versinkt im Dunklen

 von Laila N. Riedmiller

Ein paar dieser Lampen könnten die Lösung sein. Foto: Laila N. Riedmiller
Ein paar dieser Lampen könnten die Lösung sein. Foto: Laila N. Riedmiller

Gesund studieren, diesem Anspruch wollen viele Studierende gerne gerecht werden. Angesichts des großen und vielfältigen Sportangebots der Universität in Kooperation mit dem AStA ist dies auch leicht in die Tat umsetzbar.
Zwei große universitär betriebene Sportstätten teilen sich das Angebot in Bonn, eine davon in Castell am Römerlager und eine am Venusberg nahe der Uniklinik.
Während die Sportanlage in Castell direkt an einer vielbefahrenen Straße gelegen ist, stellt sich der Sachverhalt am Venusberg jedoch anders dar. Mangelware Wegbeleuchtung weiterlesen

Antiisraelische Boykottkampagne

…erneut zu Gast bei der Evangelischen Studierendengemeinde

 Gastartikel von Markus Diersson

Plakat mit Aufruf zum Boykott israelischer Produkte auf antiisraelischer Demonstration 2009. Foto: Glaudia Gabriela
Plakat mit Aufruf zum Boykott israelischer Produkte auf antiisraelischer Demonstration 2009. Foto: Glaudia Gabriela

Die Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) konnte am 8. November den Film „Even though my land is burning“ von Dror Dayan in den Räumlichkeiten der Evangelischen Studierendengemeinde Bonn (ESG) in der Königstraße zeigen. Warnungen, die von mehreren Personen und Institutionen, unter anderem von Vertreter_innen des AStA-Referats für Politische Bildung, hinsichtlich des antisemitischen Charakters der Kampagne und über antisemitische Vorkommnisse am Rande früherer Vorführungen dieses Films geäußert wurden (Mailverkehr liegt vor), führten nicht zur Kündigung der Räumlichkeiten durch die ESG. Besonders bemerkenswert ist dies angesichts der Tatsache, dass bereits vor über einem Jahr Kritik an der Veranstaltung einer „Impulstagung“ des BDS geäußert wurde, die in den Räumen der ESG stattfinden konnte. Damals hatte ein Vertreter der Evangelischen Kirche im Rheinland vertröstet, man wolle die Empfehlung an die ESG aussprechen, von weiteren Raumvergaben an die BDS-Kampagne Abstand zu nehmen, weil „eine einseitige und polarisierende politische Ausrichtung auch in Zukunft nicht ausgeschlossenen werden“ könne. Antiisraelische Boykottkampagne weiterlesen

Effektiver Altruismus

oder: Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Ein Gastartikel von Annalena Tetzner
Hochschul- & Lokalgruppe Effektiver Altruismus Bonn

stopwatch-1749080Stell dir vor, du bist Leiter*in einer Charity-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, sehr armen Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen.
Deine Mitarbeiter*innen machen verschiedene Vorschläge: An vielen Schulen muss sich die ganze Klasse ein einziges Lehrbuch teilen. Also zusätzliche Lehrbücher stiften? Aber brauchen die Kinder nicht vielmehr bessere Betreuung? An den meisten Schulen, zu denen die Organisation Kontakt hat, gibt es nur einen einzigen Lehrer. Die Schüler*innen fehlen außerdem oft, wegen leicht zu behandelnder Krankheiten wie Darmparasiten. Ist vielleicht eine Wurmkur die beste Hilfe für sie?

Auf welche Strategie setzt du? Und wie kannst du sichergehen, dass deine Organisation den Kindern wirklich hilft? Effektiver Altruismus weiterlesen

Aktuelles aus dem Sportreferat

Übernahme von Sportdisziplinen und anstehende Veranstaltungen

 von Laila N. Riedmiller

weight-lifting-1297690Mit der Verabschiedung einer neuen Personalrichtlinie durch die Universität ergaben sich zeitweise einige Probleme für den Bonner Hochschulsport. Die besagte Personalrichtlinie sieht nun vor, dass von der Uni bereits angestellte Menschen, bspw. SHKs oder WHKs, nicht mehr gleichzeitig über den Hochschulsport Kurse anbieten dürfen, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Dadurch bedingt wurden nun vom Sportreferat des AStA die Kurse Kanu, Triathlon, Tauchen und DLRG-Rettungsschwimmen übernommen und die dafür zuständigen Übungsleiter_innen unter Vertrag genommen, damit diese Angebote nicht zukünftig wegfallen. Aktuelles aus dem Sportreferat weiterlesen

„Oft kann man doch mehr machen, als man denkt“

Im Gespräch mit einem stellvertretenden Vorsitzenden des AStA

 von Clarissa Clever

Simon Merkt (JUSO HSG) im Büro des AStA-Vorsitz. Foto: Sam F. Johanns
Simon Merkt (JUSO HSG) im Büro des AStA-Vorsitz. Foto: Sam F. Johanns

Simon Merkt (JUSO HSG), der im 5.Semester Mathematik im Master studiert, ist in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal im Vorsitz des AStA tätig. Im Gespräch mit der Friedrichs Wilhelm erzählt er vom Aufbau des Vorsitz und  seinen Aufgaben und Alltag.

FW: Hallo Simon. Schön Dich zu sehen. Du bist, mit Felix Krings (RCDS) zusammen, als stellvertretender Vorsitzender tätig. Aber was genau heißt stellvertretener Vorsitz eigentlich? Wie ist der Vorsitz aufgebaut?
Simon Merkt: Der Vorsitz muss, laut unserer Satzung,
aus einer Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden und einer Stellvertreterin bzw. eines Stellvertreters bestehen. Zurzeit sind wir zwei Stellvertreter, unter denen es keine ,,Rangordnung“ gibt, wobei die Vorsitzende natürlich mehr Kompetenzen hat, als mehrere Stellvertreter. Der Rest, d.h. Aufbau und Organisation, wird selbst organisiert und abgesprochen. Man kann natürlich ,,stellvertreten“ bei Wort nehmen und nur dann handeln, wenn die Vorsitzende unpässlich ist. So haben wir das aber nicht aufgeteilt. Wir machen vieles gemeinsam und sprechen uns ab, so dass nicht immer alle, aber wenigstens einer bei Terminen oder zu den Sprechzeiten im AStA ist. „Oft kann man doch mehr machen, als man denkt“ weiterlesen