Wirtschaftsflüchtling

Ein Wort wird zu einer Aussage – oft auch ganz unbewusst

von Jan Bachmann

Es ist wichtig, Dinge klar beim Namen zu nennen. Nur wenn wir die Wirklichkeit so wie sie ist erfassen, können wir Lösungen für die Probleme finden, die es gibt.

Öfters werden in Diskussionen und Debatten aber Schlagwörter in den Raum geworfen, die – schon für sich genommen – unsere Denkweise beeinflussen. Dass solche Wörter oft – und sei nur aus Unwissenheit – weiter verbreitet werden, kann das Denken der Menschen beeinflussen. Erschreckend ist dabei nicht nur die Beeinflussung unserer Ansichten, sondern eben auch das Ausmaß der Verbreitung des Wortes. Ein Beispiel hierfür wäre etwa das „Konjunkturpaket“, das auch in den Medien stets als solches bezeichnet wurde. Es aber nicht „Konjunkturprogramm“ genannt wurde, weil man zuvor versprochen hatte, dass es keine Konjunkturprogramme geben würde.
In der aktuellen Debatte gibt es wieder so ein Wort: Wirtschaftsflüchtling. Wirtschaftsflüchtling weiterlesen

Welche Aufklärung leistet Bravo überhaupt noch?

Ein zweiter Blick auf die Internetseite des Jugendmagazins

von Jana Klein

Die 100 Flirttipps der Bravo waren kein Fehltritt in einem sonst auf Aufklärung gerichteten Angebot an Kinder und Jugendliche. Im interaktiven Webauftritt des Magazins wimmelt es nur so von Misogynie.

Die Pubertät ist eine Zeit voller Unsicherheit, Ängsten und neuen, verwirrenden Gefühlen. Die Erfahrung der erwachenden Sexualität wäre so schon heftig genug, wenn nicht auch noch die ganzen Veränderungen der Körper und ihre Ausdifferenzierung in »weiblich« und »männlich« hinzukommen würden. Eine Lebensphase also, in der Jugendliche jedes Anrecht darauf hätten, dass wir ihnen Aufklärung, Sicherheit, Unterstützung bieten. Sie, sprichwörtlich, ein bisschen an die Hand nehmen, ohne in ihre Räume, ihre Freiheiten, ihre Intimsphären einzudringen. Welche Aufklärung leistet Bravo überhaupt noch? weiterlesen

„Ende mit dem Demokratiewahn!“

Kommentar von Laila Riedmiller und Samuel F. Johanns

Die beiden OB-Wahlen in Köln und Bonn haben es einmal mehr bewiesen: Niemand will wirklich ernsthaft Demokratie und Wahlrecht!demokrat In Bonn wählten nur circa 45% der Bevölkerung (davon vermutlich ein Großteil gekaufte Wähler, um die Demokratie zu wahren), in Köln waren es nur 40%. In Köln kam erschwerend hinzu, dass aufgrund schlampiger bürokratischer Arbeit sämtliche Wahlzettel neu gedruckt werden mussten, was einen erheblichen Kostenaufwand bedeutet.
Schlampige Behördenarbeit ist Resultat mangelnder Strafmaßnahmen, die für Demokratien typisch sind.
Es ist kein Zufall, dass Staaten, in denen Wahlhelfer und Angestellte willkürlich an die Wand gestellt werden, eine wesentlich höhere Arbeitseffizienz und Sorgfalt aufweisen! „Ende mit dem Demokratiewahn!“ weiterlesen

Schön (und) selten – Orchideenfächer an der Uni Bonn

1. Teil: Die Keltologiekeltenartikel

In diesem ersten Teil der Info- und Interviewreihe „Schön (und) selten“ stellt Mitredakteur Mike Kerpers nicht nur sein eigenes Fach vor. Er nutzt es als Einstieg in die Thematik der Kleinen oder auch Orchideenfächer. Kleine Fächer sind Randgebiete der Forschung, die meisten davon finden sich in den Geisteswissenschaften und dort besonders unter den Philologien und Kulturwissenschaften. An der Uni Bonn wird eine noch recht breite Palette an kleinen Fächern angeboten. Diese Reihe stellt eben jene Fächer vor. Solange es sie noch gibt…

Schön (und) selten – Orchideenfächer an der Uni Bonn weiterlesen

Universität besiegelt das Aus der eigenständigen Rheinischen Landesgeschichte – Ende einer fast 100 jährigen Tradition.

F1000006In Folge weitreichender fakultätsübergreifender Sparmaßnahmen hat die Universität die Zusammenlegung der Lehrstühle für Rheinische Landesgeschichte und der Geschichte der Frühen Neuzeit beschlossen. Diese Fusion bedeutet eine erhebliche Beschränkung zweier traditioneller Forschungsfelder der Bonner Geschichtswissenschaft und das Ende der eigenständigen Rheinischen Landesgeschichte. Mit ihrer fast 100jährigen Geschichte ist die Landesgeschichte einer der traditionsreichsten Bonner Lehrstühle überhaupt und ein Alleinstellungsmerkmal unserer Universität. Er zeichnet sich insbesondere durch seine enge landesweite Vernetzung mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie Archiven, Museen und Universität besiegelt das Aus der eigenständigen Rheinischen Landesgeschichte – Ende einer fast 100 jährigen Tradition. weiterlesen