… und komisch in der Wirklichkeit

von Jan Bachmann

Karikatur und Text Jan Bachmann

Karikatur und Text Jan Bachmann

Lyrisch ist es im ideellen Wesen. Ob es nun Hausarbeiten waren, Reisen oder, ob die Zeit nur einfach so verstrich, die Semesterferien sind vorbei. Noch im Schatten der Klausuren des letzten Semesters stehend, werden nun Vorsätze für das neue Semester gefasst. Da Glücklicherweise der Semesterbeginn nicht auf den Neujahrstag fällt, gehört das Aufhören mit dem Rauchen nicht dazu. Nicht zu Rauchen wäre ja auch nicht lyrisch, lyrisch ist aber der Schwur, es in diesem Semester anders zu machen, regelmäßig die Vorlesungen zu besuchen  und von Anfang an immer fleißig mitzuarbeiten.
Tragisch ist das Geschick. Was wir uns selbst geschworen haben, das wird natürlich gebrochen, was aber okay ist, weil wir da uns gegenüber meist etwas nachsichtig sind. Vielleicht vertrösten wir uns noch damit, dass wir nun zwar in der ersten Woche die Veranstaltungen versäumt haben, aber den Stoff noch nacharbeiten werden. Leider fallen wir in der Regel nur einige Male auf diese Lüge herein, so, dass wir uns irgendwann nicht mehr so recht über unsere wahren Absichten, keine Absichten zu haben, täuschen können.
Komisch ist es in der Wirklichkeit. Jede Klausur, die wir am Ende des Semester bestehen wird doch am Ende vergessen werden, jede vergeigte Klausur bleibt uns im Gedächtnis und bietet uns ausgezeichnet Stoff für Smalltalk auf Cocktailparties, von einem Scheitern im dritten Versuch gar nicht erst zu reden.
Da man nun leider selber dieses Spiel, was man hier so dreist mit sich spielt, irgendwann durchschaut, vielleicht sogar neue Ausreden erfindet, die man dann wieder durchschaut, nicht mit guten Vorsätzen, nicht mit Lernplänen oder Fleiß gewinnen kann (vielleicht würde der Fleiß doch helfen, das sollen andere herausfinden), ist der  sicherste und beste Weg, seine Erwartungen nicht zu verfehlen einfach, keine Erwartungen zu haben.

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