Studierende und Zimmerpflanzen

– Bezahlbar grün Wohnen –

Studierende leben oft auf vergleichsweise engem Raum. Ob eine Einzimmerwohnung oder ein WG-Zimmer, häufig besteht nicht die Möglichkeit, alle Räumlichkeiten nach Lust und Laune auszustatten. Auch deswegen finden Zimmerpflanzen nur selten Platz in Wohnungen Studierender. Neben dem von den Pflanzen beanspruchten Platz sind die Pflege und die mit dieser verbundenen Kosten gern genannte Argumente gegen die Anschaffung von Zimmerpflanzen.
Dabei ist eigentlich weder ein „grüner Daumen“ noch ein großes Budget für ein grüneres Zuhause notwendig. Viele Pflanzen, die zu groß werden oder zu viele Ableger bilden, aber auch Übertöpfe und Anzuchttöpfe, werden auf Websites wie beispielsweise Ebay o. ä. gegen einen geringen Betrag oder kostenlos zum Selbstabholen abgegeben. Manchmal können auf Nachfrage in kleineren Blumenläden gebrauchte Anzuchttöpfe günstig erstanden werden.

Trotzdem: Pflanzen brauchen Pflege, unterschiedlich viel Licht und Wasser, manchmal Dünger oder auch einen komplett neuen Topf samt frischer Erde. Die Pflanze sollte außerdem zu dem Zimmer oder der Wohnung, aber auch zu der jeweiligen Person passen.

Vorteile von Zimmerpflanzen

Neben den bekannten Vorteilen von Küchenkräutern und -pflanzen, wie Basilikum, Minze, Schnittlauch und co. beim Kochen, verströmen viele dieser Pflanzen angenehme Düfte. Auch Grünpflanzen, Sukkulenten und Kakteen haben einen positiven Effekt auf die Wohnung. So untersuchte die NASA in den 80er Jahren die Sauerstoffproduktion und den Schadstoffabbau verschiedener Zimmerpflanzen, um die Luft der Astronaut*innen im All zu verbessern (1). Das Ergebnis konnte 1993 Bill Wolverton in einem umfangreicheren Versuch bestätigen(2). Demnach haben Pflanzen wie der Efeu, das Einblatt oder die Grünlilie luftreinigende Eigenschaften und fördern ein angenehmes Raumklima. Der Bogenhanf filtert sogar kalten Zigarettenrauch aus der Luft. Diese Pflanzen bieten sich insbesondere für Einzimmerwohnungen oder Schlafzimmer an.

Für die mit dem „braunen Daumen“

Trotz der Vorteile, die Zimmerpflanzen mit sich bringen, schaffen sich viele Studierende keine Pflanzen an; oft, weil sie schon negative Erfahrungen mit vertrockneten oder geschimmelten Pflanzen gemacht haben oder sie häufig über einen längeren Zeitraum unterwegs sind. Viele zählen sich auch zu der Kategorie „brauner Daumen“: Egal, was man macht, es ist falsch – am Ende vertrocknet und ertrinkt die Pflanze simultan.
In dem Fall ist es hilfreich, Pflanzen auszusuchen, die nur ca. einmal die Woche oder seltener gegossen werden müssen. Beim wöchentlichen Gießen kann jede Pflanze auf den Wasserbedarf geprüft werden. Dafür muss lediglich der Feuchtigkeitsgrad der Erde mit dem Finger getestet werden. Ist die oberste Schicht angetrocknet, kann gegossen werden. Auf die Art stellt sich eine Routine ein – das Gießen wird zum festen Alltag und man vermeidet zu häufiges oder seltenes Bewässern der Schützlinge. So überlebt die Pflanze auch, sollte man mal eine oder sogar zwei Wochen unterwegs sein. Auch Sukkulenten und Kakteen bieten sich für Studierende, die gerne mal einen längeren Ausflug machen, an. Diese brauchen lediglich einen sonnigen Standort, zum Beispiel auf der Fensterbank.

Für alle wirklich inkonsequenten Gießer*innen bieten sich Hydrokulturen an. Dabei wird auf Erde verzichtet und die Pflanze stattdessen in Wasserkulturen gehalten. Hin und wieder muss das Wasser gewechselt werden. Hydrokulturen bieten sich nicht für alle Zimmerpflanzen an; potenziell kann aber jede Pflanze als Hydrokultur gehalten werden, deren Ableger sich im Wasser ziehen lassen. Dazu gehört die Grünlilie, eine wirklich anspruchslose Pflanze, aber auch die Monstere Deliciosa, verschiedene Küchenkräuter und viele weitere.

(Tipp am Rande:
Ableger von Pflanzen in Form von Hydrokulturen machen sich auch gut als kleines Geschenk. Dafür benötigt man lediglich einen Ableger der eigenen Pflanze, ein Gefäß mit eng zulaufenden Hals und stilles Mineralwasser.)

Bestimmung des Standorts

Aber wie kann bestimmt werden, welche Pflanze in die Wohnung oder das Zimmer passt? Und wo genau? Am Fenster, oder lieber in der dunklen Ecke?
In den meisten Fällen sind an den Pflanzen kleine Kärtchen angebracht, auf denen die wichtigsten Informationen, wie Wasserbedarf und Standortpräferenz, zu finden sind. Aber auch in davon leicht abweichenden Verhältnissen wächst die Pflanze, wenn auch langsamer als ihre sonnenverwöhnten Verwandten. Fehlen diese Hinweise, wird es nötig, sich die Pflanze genauer anzuschauen.
Dunkelgrüne Blätter sprechen für Pflanzen, die gerne schattiger und nicht in der direkten Sonne stehen, während hellere, grün marmorierte Blätter eine Vorliebe für einen halbschattigen bis sonnigen Standort indizieren. Das ist allerdings lediglich eine Richtlinie und keine feste Regel. In sehr unsicheren Fällen bietet sich die Bestimmung über Datenbanken oder einfaches Nachfragen an.

Langsamer Start

Es bietet sich an, nicht gleich drei oder mehr Pflanzen auf einmal in die Wohnung zu holen, sondern erst klein anzufangen und zu lernen, wie man mit den Pflanzen umzugehen hat. Es muss ja nicht gleich ein ganzer „Urban Jungle“ sein.

Folgende Pflanzen sind für Einsteiger*innen geeignet:
Grünlilie
Efeutute
Philodendron
Monstera Deliciosa
Gummibaum
Drachenbaum
Sukkulenten (z.B. Aloe Vera)
Kakteen

Quellen:
(2) http://www.wolvertonenvironmental.com/MsAcad-93.pdf
(1) https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi.ntrs.nasa.gov/19930073077.pdf

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