Friedrichs Wilhelm

Was es mit dieser neuen Zeitung auf sich hat

von Jan Bachmann

Es gibt Dinge, die sind ein wenig aus der Mode gekommen. Eine Zeitung zu gründen gehört sicherlich dazu, dennoch wagen wir den Versuch, weil wir denken, dass es nötig ist.

20151028_163121Wer den Bonner Zeitungsmarkt kennt, weiß, dass das Angebot an Zeitungen – wie so oft im Lokaljournalismus – recht eingeschränkt ist. Da gibt es eine Zeitung, die den Markt beherrscht. Sie tut das nicht einmal, weil sie sonderlich gut wäre, sondern nur, weil sie schon so groß ist, dass man sie liest oder in ihr erwähnt werden will.

Dann gibt es noch Werbeblättchen und die Boulevardpresse, mehr gibt es leider nicht.

Es ist aber notwendig, euch Studierenden eine Zeitung zu geben, die über das berichtet, was euch interessiert. Eine Zeitung, die über studentische Themen schreibt, über Themen aus Stadt und Region, die (nicht nur) für Studierende interessant sein können. Es gibt viel zu berichten und eine Zeitung kann ein Mittel sein, die Seifenblase, in der wir uns bewegen, einmal zu durchstechen und Neues kennenzulernen.
Eine Zeitung kann das, aber eine Zeitung macht dies nicht zwangsläufig. Mit dem Friedrichs Wilhelm, den ihr nun vor euch habt, wird auch die alte Zeitung des Bonner AStA – die BAStA – eingestellt. Es ist schade, dass diese Zeitung nach fast 30 Jahren nun nichtmehr erscheint. Ursprünglich war die BAStA – also: Berichte aus dem AStA – dafür gedacht, die Flut von Infos und Flugblättern zu bündeln und euch zu präsentieren. Dieses Konzept hat sich überholt: Was aktuelle Infos, Termine und Neuigkeiten angeht, so gibt es heute viel bessere Mittel der Verbreitung, als eine Zeitung herauszubringen. Zwar wird es auch im neuen Friedrichs Wilhelm einen Bereich mit Neuigkeiten aus dem AStA geben, doch ist der Anspruch, den wir uns selbst gesetzt haben, ein anderer: Wir wollen euch Studierenden Themen aus Uni, Stadt und Region näher bringen. Sicher werden unsere Beiträge nicht immer allen gefallen, etwa weil jemand eine andere Meinung vertritt oder man einen Beitrag schlichtweg schlecht findet.

An dem Konzept der neuen Zeitung wurde – neben der normalen Arbeit im AStA – nun fast zwei Jahre gearbeitet. Es mussten nicht nur neue Layouts und Rubriken entwickelt werden, auch die Entscheidungsstrukturen der Redaktion wurden neu entworfen, sodass journalistisches Arbeiten besser möglich ist. Es wurde natürlich auch viel experimentiert. Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Probedruck der Zeitschrift „Faultier“ aus dem letzten Jahr, in der wir einige unserer neuen Ansätze ausprobierten.

Wichtig ist, dass Friedrichs Wilhelm nicht bloß eine BAStA mit anderem Namen ist. Es ist eine andere Zeitung, die an die Bedürfnisse einer anderen Zeit angepasst ist und die euch hoffentlich viel Interessantes berichten wird.

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