Editorial #5

laila.rIn wenigen Tagen wird das neue Studierendenparlament gewählt. Doch worüber ist eigentlich genau abzustimmen? Dazu haben wir einen kleinen Überblicksartikel vorbereitet.
Wir laden außerdem ein zu einer Radtour entlang des Rheins, an dem bis heute Denkmäler die deutsche Geschichte rühmen und werfen einen kritischen Blick auf den damit verbundenen Nationalstolz.
Der Gedanke der Zugehörigkeit zu einer „Wir“-Gruppe erfordert immer auch eine Gruppe der „Anderen“, die notwendigerweise nicht dazugehören. Welche Probleme mit Nationalismus einhergehen und inwiefern der Nationalstaat ausgedient hat, auch dazu findet ihr einen Text.
Doch die Nationalstaatskonzeption ist generell kritisch zu betrachten, findet Gastautor Peter Zeisig. In seinen Augen ist es notwendig, sich selbstständig Freiräume zu erkämpfen und zu verteidigen, um Freiheiten zu sichern.
Freiheit, das ist in unserer Gesellschaft ein hoher Wert. Zumindest theoretisch. Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln führten zu einer verständlichen und notwendigen kollektiven Empörung über sexualisierte Gewalt. Doch absolut unverständlich ist, die Schuld daran Geflüchteten zuzuschieben, zumal bisher noch keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich unter den Tätern überhaupt Geflüchtete befanden. Das eigentliche Problem liegt nicht in der aktuellen Asylpolitik, sondern ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Versagens der deutschen Politik, Menschen mit Migrationshintergrund in die hiesige Gesellschaft zu integrieren und sie vor struktureller Benachteiligung zu bewahren. Die Forderung nach Abschiebungen krimineller Migrant_innen ist moralisch nicht zu rechtfertigen.
Rassistische Anwandlungen sind keinesfalls nur in bestimmten Gesellschaftsschichten zu finden. Sie ziehen sich durch die gesamte Gesellschaft und auch Universitäten sind kein diskriminierungsfreier Raum. Ende 2015 hat ist der Hashtag #campusrassismus entstanden, der auf universitären Rassismus aufmerksam machen soll.
Doch nicht nur Rassismus ist ein Problem dieser Gesellschaft. Auch Antisemitismus greift schichtübergreifend um sich und wird kaum bekämpft. Dies nehmen wir zum Anlass, uns mit dem Phänomen des heutigen Antisemitismus zu beschäftigen. Wir thematisieren die BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition und Sanktionen), die auch in Bonn aktiv ist und führen ein Interview mit Jörg Grenzmann zur israelischen Demokratie und dem Nahostkonflikt.
Zum Schluss möchten wir alle Studierenden der Universität dazu aufrufen, wählen zu gehen. Das Studierendenparlament und auch die Gremien legitimieren sich über die abgegebenen Stimmen und je mehr Studierende gewählt haben, desto mehr Legitimation lässt sich daraus für die studentische Selbstverwaltung ableiten.

Viel Spaß beim Lesen und eine besonnene Wahlentscheidung.

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