» Ich bin besser als ihr! «

GELD  Jan Bachman. Nennt sich im Ausland Jean Riverman. Er kann sich mittlerweile in Menschen hineinversetzen die fehlerhaft sind.
Wir haben ihn interviewt.
Er ist besser als wir.

Interview und FOTOS Sam F. Johnson

jean-Riverman-mfw: Guten Tag
Jean: Guten Tag, hier nehmen Sie eine Hand voll Geld.
(gibt dem Redakteur eine Hand voll Geld)

fw: Ich bin wegen Ihrer Namen etwas verwirrt. Soll ich dich Jan oder Jean nennen.
Jean: Was bilden Sie Knallcharge sich eigentlich ein? Es mag ja vielleicht in Ihren vulgären Kreisen üblich sein, sich zu duzen, vergessen Sie aber nicht, dass Sie hier mit einem Menschen reden, an den Sie nicht heranreichen, selbst, wenn Sie sich auf die Zehen stellen!

fw: Und mit welchem Namen kann ich Sie jetzt ansprechen?
Jean: Kann? Wohl eher Darf! Nennen Sie mich Herr Bachmann, wenn Ihnen das zu formell ist können Sie mich auch einfach nur Herr nennen.

fw: Ja, Herr. Wie kommt es nun zum Namen Jean Riverman?
Jean: Der kommt aus der Zeit, als ich viel im Ausland war: Großwildjagden, Staatsempfänge – die deutsche Sprache ist für sowas viel zu provinziell.

fw: Herr, Sie sind allen anderen Menschen nicht nur durch Ihren erhabenen Charakter, sondern auch durch Ihre unübertroffene Eleganz weit überlegen, befassen Sie sich mit Mode?
Jean: Ich beschäftige mich nicht mit Mode, sowas tun Menschen, die etwas darstellen wollen, was sie nicht sind. Ich kleide mich nur folgerichtig: Es macht sich ganz naturgemäß auch optisch bemerkbar, dass ich einfach besser bin als alle anderen Menschen.

fw: Steckt darin eine innere Überzeugung oder ist das eine Reaktion auf Ihr Umfeld?
Jean: Eine dumme Frage! Schweigen Sie! Sicher richte ich mich nicht nach meiner Umwelt, das wäre ja absurd. Natürlich merken die Plebejer durch mein Auftreten, dass ich ihnen weit überlegen bin, aber das kümmert mich nicht, weil mich ihre Meinung nicht interessiert.

fw: Gibt es einen guten Geschmack?
Jean: Sehen Sie mich doch an. Nächste Frage.

fw: Woher kommt Ihr Interesse für Politik?
Jean: Meine Eltern schenkten mir einige Kleinstaaten in der sog. „Dritten Welt“. Da habe ich dann einfach allerlei Staatsformen ausprobiert, das war ganz spaßig.

fw: Was haben Sie dabei gelernt?
Jean: Wichtig ist das man sein Ding durchzieht und sich nicht reinreden lässt. Als ich etwa anfing meine Ländereien wirtschaftlich zu nutzen haben mir viele Leute gesagt, es ginge nicht, dass man Kinder 9o oder 1oo Stunden in der Woche auf den Plantagen arbeiten lässt. Davon habe ich mich nicht beeindrucken lassen und bin meinen Weg gegangen.

fw: Würden Sie diesen Rat auch anderen Menschen geben?
Jean: Natürlich nicht. Entscheidend ist ja ausschließlich die Durchsetzung meiner Interessen, mein Rat an ihre Leser*innen wäre daher, dass sie sich dem einfach unterordnen.

fw: Vielen Dank für das Gespräch
Jean: Ihre Fragen haben mich gelangweilt. Es ist doch nahezu niedlich wie sie beinahe glauben zu scheinen In dieser Stadt je wieder Arbeit zu finden!

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