Editorial

Willkommen zurück, verehrte Leserschaft!

Ihr könnt uns endlich wieder analog lesen, zerknittert in der Ecke liegen lassen und an Freund*innen weitergeben. Wir sind gespannt, wie lange dieser gedruckte Zustand anhält, hoffen aber selbstverständlich, dass wir nicht bald alle wieder nur für das nötigste vor die Tür müssen! So oder so dürft ihr uns weiterhin auf unserer wunderschönen Website besuchen, wenn ihr lieber auf dem Nachhauseweg in der Bahn durch unsere Artikel scrollen wollt.

Wir widmen uns in der ersten Ausgabe des Wintersemesters 2020/21 ein wenig verschiedenen Vorurteilen. Clemens und ich haben uns auf dünnes Eis begeben und Meinungen über unsere jeweiligen Fachgebiete ausgetauscht. Keine Sorge, wir verstehen uns immer noch. Nicht nur uns sind alltägliche Vorurteile aufgefallen, auch Helene hat bemerkt, dass es doch wiederkehrende Vorwürfe zwischen Studis und Auszubildenden gibt. Außerdem empfehle ich euch wärmstens, euch ihren zweiten Artikel dieser Ausgabe durchzulesen, wenn ihr gerade in das neue Semester startet und alles sich ein bisschen überwältigend anfühlt. Um bei der jungen Generation zu bleiben: Jan ist aufgefallen, dass vermehrt Schuld bei ebendieser gesucht wird, wenn es um das Corona-Virus und seine Verbreitung geht und dass Solidarität in Zeiten wie diesen sehr schnell falsch verstanden werden kann. Das letzte Thema unserer neuen Ausgabe dreht sich nun nicht mehr um Vorurteile, sondern um unsere Lernsituation. Tom befasst sich mit dem Tatbestand, dass der AStA es vor der Uni geschafft hat, einen Lernraum für die Studierendenschaft zur Verfügung zu stellen.

Abgesehen von unserem analogen Start ins neue Semester gibt es übrigens noch eine weitere Neuigkeit. Clemens hat das Amt der Chefredaktion abgegeben und ich habe in den letzten Monaten seinen Platz eingenommen. Ich bin seit 1 ½ Jahren Teil der FW-Redaktion, studiere im 5. Bachelor-Semester Biologie und freue mich auf die kommende Zeit als neue Chefredakteurin der FW! Als mein Stellvertreter wurde Tom Schmidtgen ausgewählt. Wenn ihr mehr erfahren wollt, schaut auf unserer Website (fw.asta-bonn.de) vorbei und macht euch ein Bild vom Rest unserer Redaktion.

Aber jetzt erstmal viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Melina Duncklenberg, Chefredakteurin

Inhalts-verzeichnis

Universität

Vorurteile gegenüber gestellt

Gesellschaft

Von den Vorurteilen eines Stadtkindes

Gesellschaft

Über die “Partyszene” und die zweite Welle

Universität

Lasst uns wieder lernen!

Studium

Vom Neuanfangen und Weitermachen

Zum Titelbild: 3D-Komposition aus drei Bildelementen. Die Fundamental‐ wissenschaften repräsentiert durch eine Büste des Philosophen Sokrates in der Konfrontation mit den Naturwissenschaften in einer recht eigenen Allegorie eines kybernetischen Exemplars der Spezies felis catus silvestris. Komposition: Samuel Johanns Modell Robo Cat: abdoubouam (Sketchfab) Modell Sokrates: Geoffrey Marchal (Sketchfab) Hintergrundgrafik: Andrea Piacquadio (Pexels)

Universität

Zwischen Fliegenzählungen und Elfenbeintürmen

Vorurteile gegen Wissenschaftsbereiche

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Text über gesellschaftliche Vorurteile gegen Studierende stehen. Doch dann stellte sich heraus, dass die meisten dieser Vorurteile sich nur gegen die Geisteswissenschaftler*innen richteten. Im weiteren Verlauf der Planungen für diese Ausgabe kamen allerdings zumindest in unserer Redaktion einige beleidigte Gegenreaktionen auf. So wollte Melina es sich nicht nehmen lassen, auch ihre Seite der Poppelsdorfer Allee zu verteidigen. Im Folgenden findet ihr Texte von Melina und Clemens, welche ihre ganz persönlichen Haltungen zu den jeweiligen Vorwürfen darlegen. Sucht euch eins der Bilder aus, für den Artikel, den ihr zuerst lesen wollt.

Clemens Artikel:

Aufgabe der Geisteswissenschaften ist (...) die Metareflexion gesellschaftlicher Erkenntnisprozesse jeder Art.

Am Neujahrestag 2019 wartete ich mit zwei Freund*innen zusammengesunken auf einer Hauseingangstreppe an der Thomas-Mann-Straße auf die letzte Bahn, als wir von einer Gruppe junger Männer nach Zigaretten gefragt wurden. Nachdem dieses Bedürfnis gestillt war, bildete sich das nächste, das offensichtlich in dem Wunsch bestand, das erste Kennenlernen fremder Personen im Jahre 2019 zu vollziehen. „Wer seid ihr? Wie alt seid ihr? Was studiert ihr?“. Wahrheitsgemäß antwortete ich mit der Angabe meines Studienfaches, Philosophie. Die nächste Frage brauchte dann nur noch ihr Fragewort: „Warum?“. Was zuerst so harmlos war wie eine geschnorrte Zigarette, entwickelte sich daraufhin schnell zu einer leidenschaftlichen Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Geisteswissenschaften. Zugegeben war die Leidenschaft ganz auf der Seite der anderen Gruppe, die sich als angehende Ingenieure, Betriebsleiter und Juristen, durch mein Studienfach provoziert sahen. Sie wollten mir dringend noch in den ersten Stunden des neuen Jahres beweisen, dass meine wesentliche Tätigkeit dieses soeben angebrochenen Jahres gänzlich unnütz sei. In diesem Moment hatte ich keine Lust auf diese Debatte. Meiner Erfahrung nach kommt sie überhaupt sehr häufig vor. Ich würde sogar sagen, es besteht beim Kennenlernen fremder Menschen eine 50/50 Chance, sich für den eigenen Studiengang rechtfertigen zu müssen. Wer etwas geisteswissenschaftliches studiert, wird die vielen Ressentiments kennen. Alle anderen auch, nur eher gepaart mit dem selbstbewussten Gefühl der Überlegenheit.

Hin und wieder lohnt es sich, den Versuch zu unternehmen, die Ressentiments als falsch zu erweisen. Zu diesem Zweck hat mir Melina einige Vorurteile genannt, die sie selbst hegt oder hin und wieder in ihrem Studiengang zu hören bekommt. Nimmt man diese Vorurteile ernst, muss man sich jetzt vorstellen, wie ich in einem Elfenbeinturm sitze, umgeben von einigen Büchern, deren Sätze entgegen jedem tatsächlichen Sinn zusammengewürfelt sind, dabei nichts mit ihrem behaupteten Gegenstand zu tun haben und sich so nur in Zwecklosigkeit üben.

Verständnis bringt Veränderung

Dieses Bild allerdings, so meine ich, fußt auf einem großen Missverstehen des Anspruchs der Geisteswissenschaften und ihrem Gegenstand. In Abgrenzung zu den positiven Wissenschaften ist den Geisteswissenschaften ihr Gegenstand nicht äußerlich, sondern sie tragen zu seiner Bildung bei. Eine Pflanze findet der Mensch einfach vor, sie als Objekt in der Wirklichkeit verändert sich nicht durch ihre wissenschaftliche Betrachtung. Allein der mit ihr korrespondierende Begriff ist wandelbar, also was unter dieser oder überhaupt einer Pflanze verstanden wird. Betrachtet man die Objekte des geisteswissenschaftlichen Interesses, wie etwa die Historie, das Kunstwerk, den Staat oder die Sprache, so ist festzustellen, dass diese jeweils menschliche Tätigkeit zur Voraussetzung haben. Der Staat als Gegenstand der Politikwissenschaften etwa ist nach dem Handeln und den Vorstellungen der Menschen beschaffen. Das Forschungsinteresse der Geisteswissenschaften geht also auf etwas grundsätzlich wandelbares, wobei der Wandel nicht nur von materiellen Umständen abhängt, sondern auch vom Willen der daran beteiligten Menschen.

Daraus ergibt sich ein Wechselverhältnis zwischen der Geisteswissenschaft und ihrem Gegenstand. Insofern erstere den Gegenstand beschreibt und für die an ihm wirkenden Menschen verständlich macht, nimmt der Spielraum der bewussten Verfügung über den Gegenstand für die Menschen zu. Beispielweise ermöglichte Marx‘ detailgenaue Analyse des Kapitalismus erst eine konkrete Gegenkonzeption (die Aufhebung des Ausbeutungsverhältnisses, des zentralen Merkmals des Kapitalismus) oder ein Verständnis der Parameter, die über geringere Schlechtigkeit einer spezifischen Ausprägung des kapitalistischen Systems entscheiden.

Es folgt daraus, dass die Adäquatheit geisteswissenschaftlicher Erkenntnis dazu in der Lage ist, ihre eigene Aufhebung zu fördern. So gilt Marx‘ Theorie heute als überholt, weil sie auf den Kapitalismus des 21. Jahrhunderts nicht mehr zutreffe. Wenn dies stimmt, dann möglicherweise deswegen, weil auf Marx‘ richtiger Analyse basierende Interventionen den Gegenstand der Analyse verändert haben.

Diese Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Gegenstand kann also das Vorurteil erklären, dem zufolge Geisteswissenschaft bloße Theorie produziere, die mehr mit Geschmack als mit Wahrheit zu tun habe.

Durch den ständigen Fluss in dem sich die Gesellschaft befindet, können geisteswissenschaftliche Theorien schneller obsolet werden.

Bis dahin tragen sie aber einen unabdingbaren Teil zu der Fähigkeit einer Gesellschaft bei, ihre Entwicklung zu verstehen und selbst in die Hand zu nehmen.

Die Beschaffenheit der menschlichen Welt  

Ein weiteres Vorurteil, welches Melina nannte, ist, dass die Geisteswissenschaften nicht auf eindeutigen Tatsachen aufbauen würden. Die Physik nimmt die Messung und bringt sie zur Theorie, wobei ihrer Messung dabei Eindeutigkeit zuerkannt wird (welche allerdings mit guten Gründen bezweifelt werden kann). Die Geisteswissenschaften im engeren Sinne, die sich nicht der Methoden positiver Wissenschaft bedienen, gehen von Phänomenen aus, die immer schon interpretationsbedürftig sind. Nimmt man sich das Handeln von Individuen in einer Gesellschaft zum Beispiel, so lässt sich die Bedeutung des Handelns nur vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Kontextes erklären. Menschliches Tun, so Ernst Cassirer, ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich nicht nur auf die materielle Umwelt auswirkt, sondern auch dadurch, dass es als Symbol wirkt und so eine Bedeutung trägt, die über das bloße materielle Wirken der Tätigkeit hinausgeht. Umgekehrt ist die menschliche Erkenntnis dadurch bestimmt, dass sie ein „Symbolsystem“ (Cassirer, Ernst: Versuch über den Menschen. Einführung in die Philosophie der Kultur. Hamburg: Meiner 2007, S. 49ff.) vorfindet, das ihr die wirkliche Welt vermittelt. Für den selbstbewussten Menschen geht zum Beispiel der Anblick eines Rabens immer schon über dessen biologische Bedeutung hinaus. Insofern der Rabe Symbol ist, wird in ihm zum Beispiel mitgesehen der Bote einer Gottheit, ein Omen, ein schmackhaftes Essen oder – das ist passender für die moderne Zeit – ein Symbol für unberührte Natur. Daraus erklärt sich, wieso die Geisteswissenschaft nicht auf eindeutige Tatsachen zurückgreifen kann: Symbolsysteme zeichnen sich dadurch aus, dass ihre einzelnen Bestandteile nur durch ihre Beziehungen zu anderen bedeutend sind. Eine Erkenntnis ihrer Einzelteile ist unmöglich. Die Erweiterung des Blickfeldes erweitert oder verändert auch die verschiedenen Bedeutungen, die ein einzelner Gegenstand für die menschliche Wirklichkeit haben kann. Wenn Symbole die Grundlage geisteswissenschaftlicher Erkenntnis sind und Symbole verstanden werden sollen, dann ist es Tatsache, dass geisteswissenschaftliche Erkenntnis über empirische Gegenstände nie eindeutig sein kann, sondern immer durch eine Erweiterung oder Verschiebung des bekannten Horizonts symbolischer Formen in Bewegung ist. Das soll keine absolute Relativität geisteswissenschaftlichen Erkennens behaupten. Wie die Naturwissenschaften der „Wahrheit“ der natürlichen Welt immer nur näher kommen, sie aber nie ganz greifen können, besteht der Fortschritt der Geisteswissenschaften darin, sich immer weiter auszudifferenzieren und sich so der komplexen sozialen Welt erkenntnismäßig immer weiter anzupassen.

Das Denken des Denkens

Der nächste zu thematisierende Vorwurf gegen die Geisteswissenschaften ist, dass sie teilweise nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Was so weit in diesem Text thematisiert wurde, ist solche Forschung, deren Interesse noch der Empirie gilt. Meines Eindrucks nach kommen die meisten Gegner*innen der Geisteswissenschaften noch so weit mit, Sinn in Wahlumfragen oder der empirischen Einstellungsforschung zum Beispiel zur Extremismusprävention zu sehen. Aber in der Philosophie oder in der theoretischen Sprachwissenschaft würde dann „doch nur gelabert“. Wie könne denn zum Beispiel eine „Phänomenologie des Geistes“ von Hegel etwas mit sinnvoller Erkenntnis zu tun haben, wenn für das Werk von fast 450 Seiten keine einzige statistische Erhebung oder handfeste Messung vorgenommen wurde? Stattdessen drehe sich solch ein philosophisches Werk nur um abstrakte Begriffe, habe keinen Gegenstand und sei nur Wortklauberei. Elfenbeinturm eben. Vergessen wird dabei, dass im Elfenbeinturm eben das behandelt wird, was später von „realitätsbezogeneren“ Wissenschaften wie selbstverständlich als Instrument geliehen wird: Ein möglichst widerspruchsfreier, differenzierter und festgelegter Bestimmungsapparat des Denkens, der Denkinhalten jeder Art eine Form bietet. Der Nutzen zeigt sich dann, wenn (natur-)wissenschaftliche Ergebnisse unter verschiedenen Fachbereichen ausgetauscht oder der Öffentlichkeit vermittelt werden sollen. Eine universale Basis des Denkens macht den Nachvollzug der fremden Themen leichter. Aufgabe der Geisteswissenschaften ist sozusagen die Metareflexion gesellschaftlicher Erkenntnisprozesse jeder Art. So thematisiert die Soziologie unter anderem, wie Wissen gesellschaftlich vermittelt wird oder aus welchen Gründen eine solche Vermittlung scheitern kann. Gerade in einer Zeit, in der sich Verschwörungsideologien ausbreiten und Wissensinhalte in Abhängigkeit ihrer Quellen etwa verweigert werden, ist die Untersuchung der vergesellschafteten Formen von Wissen und Erkenntnis, zu denen auch die Naturwissenschaften gehören, unabdingbar. Die Philosophie, an die die meisten wohl denken, wenn sie von „Laberfächern“ sprechen, geht dann noch einen Schritt weiter und macht das „Denken zum Gegenstande des Denkens“ (Hegel, G.F.W: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. In: G.W.F. Hegel: Hauptwerke in sechs Bänden (6). Hamburg: Meiner 2018, S. 59). Ihr geht es darum, wie etwas, das gedacht wird, im Allgemeinen strukturiert ist. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass „nur geredet“ wird, weil die Sprache nun mal das wichtigste, wenn nicht gar einzige Mittel, zum Ausdruck des Denkens ist. Alles Wissen, jedes Erkennen, sofern es geteilt werden soll, ist begrifflich gefasst. Folglich muss das Nachdenken über das Denken von Begriffen handeln.

Ort der Freiheit

Trotzdem haftet den Geisteswissenschaften in ihrer Rolle als Metareflexion die Eigentümlichkeit an, Schwierigkeiten ihrer Letztbegründung zu haben. Immerhin produziert sie seit langer Zeit „Erkenntnis“, ohne dass Einigkeit darüber bestünde, welche davon nun die „wahre“ sei. Abgesehen davon, dass aus Uneinigkeit über das „Wahre“ nicht folgt, dass es kein Wahres gibt, sei hier auf den notwendig zirkulären Charakter metareflexiver geisteswissenschaftlicher Erkenntnis verwiesen.

So würde eine Soziologie, die sich mit der Frage nach den vergesellschafteten Formen von Wissen beschäftigt, schon solche in Anspruch nehmen und selbst eine solche Form darstellen. Eine Philosophie, die das Denken als solches thematisiert, ist dabei schon denkend. Das zu Erklärende ist in beiden Fällen jeweils vorausgesetzt. Es ist also richtig, dass es einen blinden Fleck der Geisteswissenschaften gibt. Geisteswissenschaftliche Theorien müssen diesen mit Annahmen auffüllen, die nicht beweisbar, sondern nur gut begründet sein können. Das ist allerdings nicht ihre Schwäche, sondern Grund für ihre Stärke. Das Wissen um den blinden Fleck und sein Füllen geben der Freiheit einen Ort. Was wir für den blinden Fleck einsetzen, entscheidet über unser Selbstverständnis als Menschen. Die Geisteswissenschaft als Metareflexion mag dem Anspruch strenger Wissenschaftlichkeit nicht gerecht werden können. Dafür behält sie sich die Freiheit vor. Macht sie das weniger wahrheitstragend als die Naturwissenschaft? Nein. Denn den Vorrang eindeutig festgelegter naturwissenschaftlicher Bestimmtheit, vor der Wahrheit der Freiheit, müsste erst noch jemand beweisen. Doch bei diesem Versuch, kommt niemand an geisteswissenschaftlichen Formen der Erkenntnis vorbei. Zumindest behaupte ich das mal so. Ganz ohne Letztbegründung.

Melinas Artikel:

Ohne interdisziplinäre Wissenschaft würde unsere Zukunft äußerst eingeschränkt aussehen.

Das Bild, das der oder die durchschnittliche Naturwissenschaftler*in von dem oder der  durchschnittlichen Geisteswissenschaftler*in zeichnet, ist nicht gerade schön. Im Laufe meines Studiums wurde ich mehr als nur einmal korrigiert, als ich von der Wissenschaft sprach und absolut nicht den Philosophen oder die Historikerin vor Augen hatte, sondern viel mehr gedanklich im Labor stand. Kurz verwirrt, musste ich mich jedes Mal daran erinnern, dass es nicht nur die Welt der exakten Wissenschaften gab (Achtung, keine Beleidigung! Lediglich die etwas veraltete Bezeichnung für mathematisch und axiomatisch ableitende Wissenschaften), sondern auch die der Dichter*innen und Denker*innen. Daran zu denken, dass sich nicht alles um Naturwissenschaften dreht, fällt einem als Studentin ebendieser Wissenschaften an der Uni Bonn manchmal auch wirklich nicht leicht. Ich kann meine Besuche im Hauptgebäude an einer Hand abzählen und merke regelmäßig, wie wenig des „normalen“ Unilebens bis zum Campus Poppelsdorf doch durchdringt.

Ich lebte also mein abgekapseltes Naturwissenschaftlerinnen-Leben vor mich hin, bis ich Teil der FW wurde und Clemens kennenlernte. Ihm war mein Studium mindestens so fremd, wie mir das seine und plötzlich durfte ich mir von meinem ehemaligen Chefredakteur und Philosophen anhören, dass ich doch als Biologin auch gar nicht wirklich zu den Naturwissenschaften gehöre. Schock.

Die denken genauso schlecht von uns, wie wir von ihnen?

Das geht? Und dann auch noch ein direkter Angriff auf meine eigene geliebte Naturwissenschaft! So ging das ja wohl nicht. Bei der Ausarbeitung dieses Gesprächs haben wir uns dazu entschieden, uns gegenseitig konstruktiv-aggressiv all die Vorurteile an den Kopf zu werfen, die uns so in den Köpfen – und damit sind nicht nur unsere beiden gemeint – herumschwirrten, um dann mal aus der anderen Perspektive darauf eingehen zu können.

Allein könnten wir keine Gesellschaft aufbauen.

Uns fehlt das Verständnis für Gemeinschaften, Staatsformen und soziologische Strukturen, ohne die Chaos unter uns Menschen herrschen würde. Auch wenn mich das an das Vorurteil der sozialen Inkompetenz unter Naturwissenschaftler*innen erinnert, welches in meinen Augen lange überholt ist, muss ich doch zugeben, dass das Interesse an genannten Strukturen nicht übermäßig stark vertreten ist. Es stimmt, dass sich, wenn überhaupt, nur beispielsweise über interspezifische Wechselbeziehungen verschiedener Arten Gedanken gemacht wird und auch das nicht in Bezug auf ihre Fähigkeit, einen Diktator zu stürzen. Dieser These kann ich also kaum widersprechen, auch wenn ich anmerken möchte, dass es tatsächlich möglich ist, sich außerhalb des Labors noch mit dem Lauf der Welt zu beschäftigen. Man denke nur an unsere Kanzlerin. Beschränkt man es allerdings nur auf die erforderten Fähigkeiten eines Naturwissenschaftlers* oder einer Naturwissenschaftlerin*, könnte man behaupten, dass unsere Staatsform nicht hätte entstehen können, wären wir auf uns gestellt. Es wäre interessant zu wissen, was anstelle dessen entstanden wäre, aber diese Überlegung überlasse ich lieber der anderen Seite. Falls allerdings impliziert wird, dass die Geisteswissenschaften in Kombination mit den Sozialwissenschaften unsere Gesellschaft allein hätten aufbauen können, muss ich vehement widersprechen. Wie so oft begann ja schon alles bei der Entdeckung des Feuers. Kein besonders wissenschaftlicher Prozess, das gebe ich zu, aber dieser Schritt ließ die Evolution des Homo erectus in die Richtung laufen, die die Entstehung unserer Art ermöglichte. Später trugen jedes Mal weitere wissenschaftliche Erfindungen dazu bei, dass Gesellschaften entstehen konnten oder maßgeblich beeinflusst wurden. Ohne das Feuer, später den Ackerbau, bewegte elektrische Ladung und das Bohr’sche Atommodell, hätten weder Aristoteles, noch Descartes, Kant oder Arendt die Anstöße zum Nachdenken gehabt, die die Philosophie und unsere Gesellschaft bis heute definieren.

Wir sind angewiesen auf die Geisteswissenschaften

Ohne die Motive und Normen, die die Arbeit der Geisteswissenschaftler*innen über die Jahre erbracht hat, gäbe es keinen Nutzen für die Forschung der Naturwissenschaftler*innen. Die Aussage erinnert an die Frage, wer zuerst kam: die Henne oder das Ei? Denn wie eben erläutert, wäre die Entstehung von Zivilisationen gar nicht möglich ohne die wesentlichen Erfindungen der (angewandten) Naturwissenschaften. Außerdem wird der natürliche Forschergeist der Naturwissenschaften doch sehr auf die sozialen Motivationen dahinter beschränkt. Ist die Neugier nicht ein grundlegender Teil der menschlichen Psyche und wäre auch vorhanden, würden wir in einem isolierten Biotop unser Leben fristen? In einer eigenen ökologischen Nische, unbeeinträchtigt von soziologischen Theorien und Marktanteilen, würde das durchschnittliche Individuum vermutlich immer noch auf Entdeckungstour gehen und versuchen zu verstehen, wie die Natur funktioniert. Abgesehen davon muss man dem Vorwurf folgendes einräumen: Forschung wird besonders heutzutage nicht von Wissensdrang, sondern Geld angetrieben. Ein Forschungsprojekt kann noch so innovativ und neu sein, das Projekt, das mehr Gewinn bringt, wird vermutlich immer das Rennen machen. Bei in-vivo-Synthese von Organen mag das sinnvoll sein, bei atomarer Kernspaltung oder-fusion zu zwielichtigen Zwecken eher nicht. Hinter all dem stecken kommerzielle, moralische und ethische Richtlinien, die ohne die Geisteswissenschaften nie so etabliert und besonders verstanden hätten werden können. Wären wir jedoch frei von dem materiellen Einfluss der Gesellschaft, würde dieser Wissensdrang immer noch seinen Weg in neuen Erkenntnissen auf der naturwissenschaftlichen Seite finden.

Wir sind der Metareflexion nicht fähig.

Es soll Naturwissenschaftler*innen schwerfallen, außerhalb des Rahmens zu denken. Unser wissenschaftliches Arbeiten drehe sich um Axiome, Naturgesetze und unumwerfliche Annahmen. Die Bedeutung unserer Forschung und wie sie sich auf die Bereiche außerhalb unseres Wirkungsbereiches auswirken kann oder wird, halten wir nicht für wichtig. Zu diesem Vorwurf eine kleine Anekdote: Vor ein paar Wochen hatte einer meiner Freunde Geburtstag und anlässlich dieses Jahrestags versammelten wir uns bei ihm. Der Abend kam ins Rollen, hier und da entstanden unterschiedliche Gespräche. Eins davon zog irgendwann die Aufmerksamkeit meines Gesprächspartners auf sich. Es ging um die Subjektivität der Wahrheit und die Frage, ob es überhaupt möglich sei, wahre Aussagen zu treffen. Der Philosoph der Runde zeigte auf das blinkende Licht des Fernsehers und fragte, wie man sich sicher sein könne, dass dieses Licht wirklich grün sei. Wie aus der Pistole geschossen warfen mein Nachbar (Chemie-Lehramt) und ich ein: „Berechnet die Wellenlänge, dann habt ihr eure Antwort.“ Das Farbspektrum des sichtbaren Lichts lässt sich in unterschiedliche Wellenlängen- bzw. Frequenzbereiche einteilen, denen Farben zugeteilt werden. Grün liegt zwischen 490 und 560nm. Überträgt man dieses Maß auf das monochromatische Licht des Fernsehers, wäre die Diskussion also beendet. Unser Philosoph sah das anders. Leider nicht, weil er Aspekte der Farbkonstanz einbringen oder auf die Empfindlichkeitsbereiche der Zapfen eingehen wollte, sondern weil unser Lösungsvorschlag absolut nichts mit der Diskussion zu tun hatte, die er gerade geführt hat. Er überlegte also weiter, ab wann eine Aussage wirklich wahr sein könne und ich belächelte noch den Sinn dieser Diskussion.

Es fällt Naturwissenschaftler*innen nicht schwer, außerhalb des Rahmens zu denken. Schließlich würde unsere Zukunft ohne interdisziplinäre Wissenschaft äußerst eingeschränkt aussehen. Man kann es sich also heutzutage als Naturwissenschaftler*in gar nicht mehr leisten, die Rahmenbedingungen der eigenen Disziplin nie zu hinterfragen. Auch zeigt die Funktion von den unterschiedlichsten Naturwissenschaftler*innen in hohen politischen Positionen, dass Reflexion und außerhalb des Rahmens zu denken doch auch unter uns vertreten ist. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung, welche Denkweise dem Weg zur Erkenntnis hilft.

Ohne den Gedanken „Was wäre, wenn…“ hätten die größten naturwissenschaftlichen Errungenschaften nie erreicht werden können. Forschung ist der Inbegriff des Weiterdenkens. Ob die Bedeutung dieser Forschung außerhalb der Physik, der Biologie und der Chemie in Betracht gezogen wird, ist eine andere Frage. Doch wo wäre der Nutzen dieser Überlegung?

In der Geburtstagsdiskussion lag der Fokus auf der sehr reflektierten Auseinandersetzung mit einer Definition, die anscheinend nicht geklärt war. Für den Chemiker und mich lag die Antwort in reflektiertem Licht, was allerdings nicht besonders weit außerhalb des Rahmens gedacht war. In diesem Fall half uns der Rahmen jedoch, eine genaue Definition für einen bestimmten Sachverhalt zu erzeugen. Fakt ist, dass am Ende des Abends noch lange nicht klar war, was wahr ist und die Naturwissenschaftler*innen im Raum sich in ihrem Rahmen wenigstens festlegen konnten.

Wir wissen nicht, was wir sagen.

Diese Annahme hat Clemens über die Naturwissenschaften getroffen, während ich genau dasselbe über die Geisteswissenschaften aussagte. Nach ihm fehlt uns das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Sprache. Uns ist nur wichtig, was wir sagen und nicht, wie wir es sagen. Geschweige denn, was genau wir damit ausdrücken wollen. Es fehle den definierten Fremdwörtern und funktionalen Beschreibungen an Aussagekraft. Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Jeglicher Fachbegriff der Naturwissenschaft hat eine Definition, jeder Präfix eine Bedeutung, jeder Suffix lässt eine Zuordnung zu einem Oberbegriff zu. Eine Versuchsbeschreibung hat nur so viel Raum, dass nur das essenziellste Platz findet. Die Naturwissenschaft arbeitet mit einem Internationalen Einheitensystem (SI), das sieben Einheiten bietet, die überall gleich definiert sind. Mehr Aussagekraft ist gar nicht möglich. Zwischen den Zeilen findet nicht viel statt, das ist wahr, und dass sich alle Naturwissenschaftler*innen bis vor einem Jahr einig waren, sich bei der SI-Einheit für Masse an einem Urkilogramm in Paris zu orientieren, lässt sich auch nur durch seine Genauigkeit erklären. Nicht damit, welche tiefere Bedeutung hinter genau diesem Urkilogram steckte.

Zugegebenermaßen habe ich Clemens‘ Aussage ein bisschen drastischer formuliert, als er beabsichtigt hatte. Seine Kernaussage drehte sich darum, dass in der Naturwissenschaft zu wenig über Begriffe nachgedacht würde, um zu beschreiben, was sich nicht mit Einheiten beschreiben lässt. Auch in der Naturwissenschaft kommt man nicht weiter, wenn das, was man herausgefunden hat, nicht vernünftig in Worte gefasst werden kann. Wären Naturwissenschaftler*innen nicht fähig, auch mal von Einheiten abzusehen und außerhalb ihrer Fachsprache auf Dinge einzugehen, wäre Dr. Mai Thi Nguyen-Kim arbeitslos und jedes Paper eine Qual zu lesen. Es gibt tatsächlich eine Verbindung zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften, denn ohne den jeweils anderen Fachbereich wären die jeweiligen Daseinsberechtigungen eingeschränkt. Nicht umsonst waren Da Vinci oder Aristoteles Wissenschaftler und Philosophen zugleich.

Über den Autor und die Autorin

Sie verstehen sich auch nach der Zusammenarbeit noch bestens. Clemens Uhing studiert im 2. Mastersemester Philosophie und hat Angst davor, eine Glühbirne zu wechseln. Melina Duncklenberg studiert im fünften Bachelorsemester Biologie und brauchte erstmal eine ruhige Minute, um Clemens Text nachvollziehen zu können. 

Quelle: Pixabay

Gesellschaft

Stadt, Land, Vorurteil

...denn Pride and Prejudice gibt es immer noch

Ein Essay von Helene Fuchshuber

2.11.2020 - Ausgabe 65

S,tolz und Vorurteil war sehr lange mein absoluter Lieblingsfilm. Ein wichtiger Grund dafür: Ich war ein sehr prüdes Kind, das trotzdem, wie vermutlich viele kleine Mädchen, auf Romanzen mit Happy End stand. Und Stolz und Vorurteil, zumindest die Version mit Keira Knightley, hat ziemlich genau eine Kussszene: Mr. Darcey küsst Lizzys Hand. Damit konnte ich leben.

Womit ich allerdings schwer leben kann, sind Stolz und Vorurteile in einer nicht von Jane Austen romantisierten, sondern echten Welt, wie sie heute ist. Mir ist vollkommen bewusst, dass es normal ist, seinen Stolz zu haben (bis zu einem gewissen Grad) und auch mal stolz auf sich selbst oder andere zu sein. Und auch Vorurteile zu haben ist (leider) normal, auch wenn mir die noch suspekter sind als Stolz. Ich versuche, meine eigenen aktiv zu umgehen und weiß doch, dass es schwer ist, sie hinter sich zu lassen. Wenn man das schafft, ist das etwas, worauf man meines Erachtens nach stolz sein kann.

Menschen haben Vorurteile gegen so viele Dinge. Das beginnt klein mit „Oliven sind eklig“ und wird anstrengend bis intolerant, wenn es um Vorurteile gegen Menschengruppen geht. An dieser Stelle könnte ich mit dem Schreiben einer ganzen Reihe beginnen, wofür aber der Platz fehlt. One day vielleicht. Bis dahin verweise ich auf die Artikel von Clemens und Melina. Und bis dahin kommt an dieser Stelle lediglich ein Schwank aus meinem Leben: ein Schwank von Vorurteilen, mit denen ich mich vor kurzem konfrontiert gesehen habe.

Ein Sommermärchen

Ein Sommer auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Sommer, wie es ihn lange nicht gab, mit heißen, trägen Tagen voll Nichts-tun und Sonne. 5 Stadtkinder 6 Tage auf dem Land. Und weil Menschen soziale Wesen sind (und meine Freundin Ella schon seit immer mindestens einmal im Jahr in diesem Dorf ist und die Dorfbewohner*innen also kennt) wurden wir gleich mit ins Dorfleben einbezogen. Polterabendeinladung.

Erst wurde erstaunt festgestellt, dass wir ja gar keine abgehobenen Stadt-Tussies sind. Dann haben wir fünf bei einer aufflammenden, leise politischen Diskussion alle kurz die Luft angehalten. Schließlich wurden dezent Augenbrauen gehoben, als wir erzählten, was wir so machen. Ja, wir fünf Stadtkinder studieren alle. Zum Teil etwas abstrus klingende Geisteswissenschaften wie Politik & Gesellschaft. Aber auch Mensch & Umwelt, und da macht man immerhin einen Bachelor of Science, wurde eher belächelt. Wir unsererseits haben interessiert nach den jeweiligen Ausbildungen gefragt. Und das war der Punkt:

Ich habe damit gerechnet, dass die Dorfkinder nicht studieren, sondern eine Ausbildung machen. Ich will Ausbildungen in keinster Weise abwerten. Ich überlege regelmäßig, mein Studium abzubrechen und doch Köchin zu werden. Mittlerweile ist es auch normal, so mein Empfinden, „obwohl“ man Abitur gemacht hat, eine Ausbildung zu beginnen. Aber: ich habe damit gerechnet, dass die meisten jungen Dorfbewohner*innen eine Ausbildung machen und sie haben erwartet, dass wir Stadtmenschen studieren. Wir haben die Klischees und Vorurteile der jeweils anderen perfekt bedient. Und eben weil ich eine abgehobene Stadt-Tussie bin, war ich mir dieser Stadt-Land-Diskrepanz vorher nicht einmal bewusst. Vielleicht wollte ich mir ihrer auch nicht bewusst sein. Aber da standen wir, auf einem Polterabend von 21jährigen, vor deren halbfertigem Haus, zum Klang von Schlagern.

Wir konnten als einzige keinen einzigen Text mitsingen, haben als einzige gegendert und fanden den Gebrauch des N-Worts wirklich nicht akzeptabel. Und mir wurde klar, dass zum einen doch noch eine Menge passieren muss, bis Studium und Ausbildung nicht mehr an Attribute wie Stadt und Land oder noch schlimmer, schlau und weniger gebildet, geknüpft werden. Und dass zum anderen leider viele Vorurteile, die wir so haben, irgendwo einen wahren Kern besitzen.

Über die Autorin

Helene Fuchshuber würde sehr gerne mit allen Vorurteilen aufräumen, fürchtet aber, dass das vielleicht zu viel gewollt ist. Also: Schritt für Schritt, eins nach dem anderen, erstmal ihre eigenen. 

Quelle: cottonbro via Pexels

Gesellschaft

Der Partyschreck?

Junge Menschen als Feindbild?

Ein Kommentar von Jan Bachmann

2.11.2020 - Ausgabe 65

Die zweite Welle der Corona-Pandemie, die von den meisten Expert*innen für den Herbst angekündigt wurde, hat Europa erreicht. Überall steigen die Infektionszahlen, so auch in der Bundesrepublik, die bis jetzt ja noch ganz gut durch die Krise gekommen ist. Schuld hier dran sind nun nicht mehr – wie noch vor ein paar Wochen allgemein vermutet  „die Reiserückkehrer*innen“, sondern mal ein nicht näher definierter, „Partyszene“ genannter Personenkreis, der bereits durch die Ausschreitungen in Stuttgart allgemein für Unmut sorgte, und mal schlicht „die jungen Leute“ insgesamt. Unzweifelhaft gab es auch Partys, bei denen ohne Rücksicht auf den Infektionsschutz gefeiert wurde und sicher können auch diverse Neuinfektionen auf solche Feiern zurückgeführt werden. Als alleinige Erklärung für die gestiegenen Infektionszahlen dürften sie jedoch kaum ausreichen.

Wer ist schuld?

Bereits seit Beginn der Pandemie ist zu beobachten, dass immer wieder bestimmte Menschengruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht werden. Viele Menschen können die Widrigkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, offensichtlich leichter ertragen, wenn es jemanden gibt, dem man die Schuld geben kann. Hinzu kommt zumindest teilweise auch, dass eigene kleine Verstöße gegen die Verhaltensregeln in Anbetracht einer zügel- und maskenlos feiernden Jugend als geradezu verschwindend gering erscheinen. Das Ansteigen der Infektionszahlen, das wohl eher auf den Beginn der kalten Jahreszeit zurückzuführen ist, wurde, wie bereits erwähnt, von großen Teilen der Wissenschaft erwartet. Dass manche*r Politiker*in durch das Geschimpfe auf die Jugend bewusst davon ablenken will, dass im Sommer versäumt wurde, neue, aktive Maßnahmen gegen die Pandemie zu finden, Gesundheitsämter und Schulen angemessen auszustatten oder Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr zu erarbeiten, kann nicht unterstellt werden. Dass durch das Geschimpfe Diskussionen über neue Maßnahmen, die die Bevölkerung nicht einschränken, verdrängt werden, lässt sich hingegen aber auch nicht leugnen. Ebensowenig leugnen lässt sich, dass Zusammenhalt in großen Teilen der Gesellschaft in der Anfeindung gegen bestimmte Gruppen entsteht: Die Menschen, die sich an alle Regeln halten (oder zumindest glauben, sich an alle Regeln zu halten) gegen die rücksichtslosen jungen Leute. Derartige Spaltungen voranzutreiben, wäre verhängnisvoll. Nicht nur, dass es „die“ jungen Leute“ ebensowenig gibt wie „die Partyszene“, im Gegenteil:Die überwiegende Mehrheit der jungen Menschen verhält sich sehr verantwortungsvoll. Wir alle täten gut daran, sofern wir auch künftig alle zusammen friedlich in dieser Gesellschaft miteinander leben wollen, uns einmal mit der Situation junger Menschen zu befassen und zu versuchen, ihre Probleme, Ängste und Sorgen zu verstehen.

Die Situation junger Menschen

Zwar wurde darüber, wie schwierig der Lockdown, Homeschooling, Homeoffice und all die weiteren Einschränkungen für Familien sind, zu Recht viel gesprochen, die Situation junger Menschen wurde aber kaum diskutiert: Viele junge Menschen verbrachten die Zeit des Lockdowns alleine in kleinen Einzimmerwohnungen. Viele Studierende haben infolge der Pandemie ihren Job verloren und finanzielle Sorgen. Die Überbrückungshilfen –die im September ausgelaufen sind – waren kaum geeignet, hier Abhilfe zu schaffen. Man denke auch an die jungen Leuten, die die Schule beendet hatten und einen neuen Lebensabschnitt beginnen wollten: Ein Studium oder eine Ausbildung beginnen, endlich eine eigene Wohnung haben, in eine größere Stadt ziehen, neue Menschen kennenlernen. Viele hatten vor, ins  Ausland zu gehen, ob im Rahmen ihres Studiums, als Backpacker*in oder als Au-pair. Stattdessen gab es nicht selten ein halbes Jahr Wartezeit im alten Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung. Auch sollte man bedenken, dass die aktuellen Kontaktbeschränkungen –in NRW sind es zumindest für private Wohnungen Empfehlungen – junge Menschen wesentlich härter treffen: Wer alleine wohnt, kann oft maximal eine*n weitere*n Freund*in einladen. Ein Pärchen, das getrennt wohnt, kann keine weitere Person zu sich einladen, was zumindest auf Dauer schon recht bedrückend werden kann. Das alles entschuldigt natürlich nicht alle Verstöße gegen die Regeln, macht aber manches nachvollziehbar. Zielführender als Bußgelder und Razzien wäre es, man würde ein paar Gedanken darauf verwenden, die Situation junger Menschen während der Pandemie zu verbessern. Ohne Verständnis für-r und Solidarität miteinander wird man kaum durch die Pandemie kommen.

Die Sache mit der Solidarität

Gerade Solidarität wird „den“ Jungen aber lautstark abgesprochen: Durch ihr Verhalten würden junge Menschen Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören – meist wird auch schlicht von „alten Menschen“ gesprochen –gefährden. Manch ein*e Politiker*in findet dazu noch drastischere Worte, nennt das Beispiel vom jungen Menschen, der die eigenen Eltern oder Großeltern mit Covid infiziert und so ihren möglichen Tod verschulden würde. Ob –  dies sei hier am Rande bemerkt – damit die Menschen, die erreicht werden sollen, erreicht werden, ist fraglich. Was aber solche Worte bei Menschen, die vielleicht etwas sensibler sind, auslösen können, ist fatal. Es gibt Stimmen, die auf den Vorwurf mangelnder Solidarität entgegnen, dass es absurd sei, Solidarität von Menschen zu verlangen, zu denen man selbst nicht solidarisch ist: So sei es doch gerade die Zukunft und Gesundheit der jungen Generation, die man allgemein in Gefahr brächte, weil man beispielsweise meine, nicht auf Kreuzfahrten und (überdimensionierte) Kraftwagen verzichten zu können. Und so mag es sicherlich manch‘ jungem Menschen schwer fallen, solidarisch zu sein, wenn man selbst Solidarität weder erfährt noch vorgelebt bekommt:  Man denke auch an die Menschen, die sich nun wieder gegenseitig das Klopapier oder an die Staaten, die ärmeren Staaten den – noch nicht entwickelten –Impfstoff wegkaufen. Dem liegt jedoch ein grundlegend falsches Verständnis von Solidarität zugrunde. Solidarität beruht nämlich nicht auf Gegenseitigkeit. Wer nur Rücksicht auf Andere nimmt, damit diese dann wiederum Rücksicht auf einen selbst nehmen, der handelt nicht solidarisch, sondern egoistisch. Solidarisch handelt, wer anderen Menschen hilft, weil sie Hilfe brauchen. Ob sie einem selbst einmal geholfen haben oder jemals helfen werden, spielt dabei keine Rolle. Dies sollten wir alle beherzigen, ganz besonders dann, wenn es nicht alle beherzigen. Der Winter hat noch nicht einmal angefangen.

Der AStA-Lernraum in der ehemaligen Mensa Nassestraße. Foto: Ronny Bittner

Universität

Bibliotheken dürfen nicht nach Bordellen öffnen!

Die ULB war lange zu. Jetzt heißt es: Lasst uns wieder lernen!

Ein Kommentar von Tom Schmidtgen

2.11.2020. - Ausgabe 65

Endlich sind die Bibliotheken wieder geöffnet. Lern- und Arbeitsräume in den Lesesälen der ULB und MNL wurden lange von der Studierendenschaft gefordert. Für maximal vier Stunden täglich kann man sich nun einen Platz anmieten. Alle Sitzplätze können aufgrund der Hygienebeschränkungen nicht freigegeben werden – aber ein Anfang ist gemacht. Viel zu lange war der für viele wichtigste Ort der Universität geschlossen.

Denn seit Mitte März war die ULB praktisch dicht. Keine Arbeitsmöglichkeiten im Lockdown, keine Bücherausleihen, keine Rückgaben – und das fast ein Semester lang! Erst zwei Monate später, im Mai, öffnete die Bibliothek ihre Türen, aber die Arbeitsplätze waren bis jetzt nicht freigegeben. Zeitslots mussten für das Ausleihen der Bücher gebucht werden, oft waren diese eine Woche im Voraus ausgebucht. Nur vier Personen durften gleichzeitig in den riesigen Keller, offiziell aus Gründen des Arbeitsschutzes. Mir erschließt sich die Regel nicht. Zudem gab es technische Fehler, manche Buchungen wurden nicht weitergegeben. Einmal hätte ich fast trotz Buchung nichts ausleihen können. Die Studentische Hilfskraft war so gütig und hat mich für gerade einmal zehn Minuten hineingelassen. Fünf Bücher wollte ich ausleihen, verschwitzt kam ich wieder ans Tageslicht.

Für mich ist es unverständlich, wie lang die ULB sich weigerte zu öffnen. Ja, in dem Lesesaal wurden auch Prüfungen geschrieben, teilweise bis zu vier am Tag! Dass an freien Tagen auch niemand in der ULB arbeiten durfte, lag an dem technischen Aufbau für diese Klausuren, der den Besuch der Bib nicht ermöglichte, was verständlich ist. Unter den Instagramposts der ULB sind viele Kommentare, in denen sich Studierende beschweren, dass die Bibliothek nicht öffnet. Verständliche und ausführliche Erklärungen dafür wurden trotzdem nie geliefert. Dabei ist es wichtig, und diese Erkenntnis setzt sich in der Politik so langsam auch fest, jede Einschränkung während der Pandemie genau zu erklären. Die Universität ist ein Semester lang ihrer Aufgabe nicht hinterhergekommen, für uns eine adäquate Lern- und Arbeitsatmosphäre und vor allem geeignete Räume zu schaffen. Platz dafür war genug. Neben ULB standen auch Hörsäle und Seminarräume monatelang leer. Und vor allem große Räume, wie beispielsweise der Lesesaal, sind geeignete Arbeitsorte, in denen sich die Hygieneregeln einfach umsetzen lassen würden. Über den Sommer hinweg, wo die Infektionszahlen gering waren und die Hauptarbeitszeit für Studierende anstand, waren die Bibliotheken geschlossen, jetzt im Verlauf der zweiten Welle werden die Lesesäle geöffnet. Das muss niemand verstehen. Während Bordelle, Stadien, Messen und Schulen wieder öffneten, blieben die Bibliotheken, Horte des Wissens und für viele der wichtigste Arbeitsort der Universität, geschlossen.

Ganz anders zum Beispiel in Köln und Duisburg. Hier sind die Bibliotheken schon seit Monaten wieder geöffnet. Warum sind die Regeln so unterschiedlich innerhalb eines Bundeslandes? Sprechen sich die Universitäten über Hygienekonzepte gar nicht ab? In Bonn hat der AStA die Initiative ergriffen: Seit dem 7. Oktober wurden 59 Lernplätze in der alten Mensa an der Nassestraße bereitgestellt, alles eng abgestimmt mit dem Gesundheitsamt. Aufsicht haben übrigens Mitarbeiter*innen des AStAs geführt und damit auch Redakteur*innen des Friedrichs Wilhelm. Wir, die Studierendenschaft, mussten uns selbst kümmern.

Diese Lern- und Arbeitsplätze sind wichtig. Der Zuspruch in den ersten Wochen für die Arbeitsplätze in der Mensa hat das gezeigt. Zuhause nerven der Putzfimmel, die Mitbewohner*innen, der wackelige Schreibtisch, der unbequeme Küchenstuhl und die schlechte Internetverbindung. Die Universitätsbibliothek so lange zu schließen, hieß für uns Arbeiten unter Stress. Nur wenige haben einen gut ausgestatteten Schreibtisch, bequeme Möbel und arbeiten erfolgreich von zu Hause aus. Die Forderung für das kommende Semester kann nur lauten: Die Bibliotheken müssen diesmal offen bleiben, auch wenn die zweite Welle stärker wird als bisher.

Uni aus dem Bett. Quelle: Andrew Neels via Pexels

Universität

Haltet die Ohren steif!

oder: Alles wird gut!

Ein Essay von Helene Fuchshuber

2.11.2020. - Ausgabe 65

Und schon wieder ist Semesterbeginn. Mein Studierendenausweis teilt mir mit, dass ich im 5. Hochschulsemester bin. Kurz bin ich irritiert, ich bin doch erst seit einem Jahr in Bonn? Dann fällt mir wieder ein, stimmt, da war noch was. Ein Jahr lang habe ich mehr oder eher weniger erfolgreich in Berlin studiert. Mein Ausweis hat also Recht. 5. Hochschulsemester, 2. Stadt, wer-weiß-wie-vieltes Studienfach (Kombibachelor in Berlin + zwei Fächer + Nebenfachwechsel = 5). Aber jetzt endlich, endlich, bin ich keine Ersti mehr. Nach diversen Umzügen, Abbrüchen, mehr oder weniger durchdachten Entscheidungen bin ich mittlerweile offiziell Bonnerin und finally Dritti bzw. immerhin Zweiti.

Ersti sein

Ich weiß, Ersti ist nur ein Wort. Es sagt nichts über dich aus, außer dass du irgendetwas im ersten Semester studierst. Aber trotzdem hat es mir langsam gereicht, Ersti zu sein. Ich wollte nicht mehr die Neue sein. Nicht, dass das irgendjemanden gejuckt hätte. Nur für mich. Vielleicht ist richtiger zu sagen, ich wollte nicht mehr neu irgendwo sein und etwas neu angefangen haben. So schön und gut und wichtig und manchmal richtig Neuanfänge sind – denn das hier soll definitiv kein Plädoyer dafür werden, sich durch irgendeinen Studiengang durch-zuquälen, nur damit man kein*e Ersti mehr ist, das ist nicht der Punkt – aber ich genieße es gerade sehr, nicht mehr neu zu sein. Nicht in Bonn und nicht im Studium (auch wenn sich beides manchmal immer noch so anfühlt).

Student*in sein

Studium ist anders, als ich mir vorgestellt habe. Studium heute ist anders, als wir alle uns das vorstellen konnten. Und zwar leider ‚anders‘ nicht unbedingt im positiven Sinne, abgesehen davon, dass jetzt niemand mehr zu nachtschlafender Zeit in überfüllten, entweder überheizten oder viel zu kalten Seminarräumen sitzen oder seine eingeschlafenen Beine irgendwie unter dem Klapptisch im Vorlesungssaal hervorsortieren muss. Man kann fast allen universitären Veranstaltungen bequem aus dem Bett folgen. Gerade in ungeheizten Studierendenzimmern ist das ein wahrer Luxus.

Und im Zweifel die Stummschaltung zu aktivieren oder sich wahlweise die Decke über den Kopf zu ziehen, ist eigentlich auch ganz nett.

…ich versuche mich gerade übrigens im positiven Denken. Denn das hier sollte eigentlich ein Zuspruch werden! Für alle, die gerade anfangen, für die, die mal wieder neu anfangen, und auch für die, die weitermachen. Mit Studieren generell, einem neuen Fach, oder hier in Bonn.

Studieren heute ist anders, als wir alle uns das vorstellen konnten. Vielleicht hat die ein oder andere leise sozialphobische Person genau hiervon geträumt (no offense). Ich hingegen verfalle manchmal der Versuchung, die Decke über den Kopf zu ziehen und zu hoffen, dass es doch nur ein schräger Traum war. Ist es nicht. Und deshalb müssen wir das Beste draus machen, um ein lebenswertes Studium und Leben zu haben! Denn wir sind nun einmal genau jetzt jung, weitgehend frei und studieren. Und ja, Studieren und Ankommen ist nicht leichter geworden. Zu allen Struggles, mit denen vermutlich jede*r Student*in kämpft, sind noch neue hinzugekommen. Online-Uni. Dozent*innen, die mit der Technik hadern, gab es zwar schon immer, aber jetzt kann nicht mal mehr der informatikbegabte Mensch in der ersten Reihe kurz helfen. Statt Gruppenarbeit gibt es Break-Out Sessions, aber immerhin haben hier Student*innen, denen es schwer-fällt, vor Leuten zu reden, endlich mal Glück. Referate gibt es kaum noch live und in Farbe und vor 30 Mitstudent*innen, sondern auf Zoom. Menschen per Zoom kenne zu lernen ist dagegen nicht optimal und sich die Decke über den Kopf zu ziehen, klingt mitunter wirklich attraktiv. Aber wie wir es auch drehen und wenden, wir leben jetzt. Und wir studieren jetzt.

Und deshalb zurück zum positiven Denken!

Denn es geht! Ich habe mein Nebenfach gewechselt, als es Corona schon gab. Das heißt, dass ich fortan vor 20 schwarzen Rechtecken saß, auf denen 20 mir fremde Namen standen. Und trotzdem bin ich noch dabei, habe nicht das Handtuch geworfen und dank einer open book online Klausur sogar eine gute Note geschrieben (irgendwelche Vorteile muss es ja geben). Ja, das ist natürlich nicht alles. Ich saß auch vor diesen 20 Rechtecken und habe mich gefragt, was zur Hölle ich hier tue. Aber letztlich geht es a) gerade allen so und b) was wäre die Alternative? Nach Neuseeland abhauen, weil da die Zahlen niedrig sind und um mich selbst zu finden? Oder lieber nach Grönland, um keine Lisa zu sein (nochmal no offense)? Oder wieder abbrechen, neu anfangen, wieder Ersti sein und 30 neue Namen anstarren? Wie gesagt, das ist nicht der Aufruf, etwas durchzuziehen, was euch gar keinen Spaß macht. Aber wenn ihr etwas studiert, das euch interessiert, dann haltet die Ohren steif und macht weiter! Und wenn euer einziger Ansporn ist, nächstes Semester nicht mehr neu, kein*e Ersti mehr zu sein.

„Halt die Ohren steif!“ ist ein Spruch, den ich Zeit meines Lebens von meinem Vater zu hören bekommen habe. Egal was ich durchhalten musste, ob ich früh aufstehen musste, es draußen stockfinster und eiskalt war, ich für einen Vokabeltest, mein Abi oder sonst was gelernt habe. Halt die Ohren steif! Irgendwann verlegte sich der Spruch von morgens an der Haustür an das Ende seltener Telefonate. Ich mal wieder in einer neuen Stadt? Verzweifelt auf Wohnungssuche? Am Überlegen ob ich mein Studium doch wieder abbrechen sollte? Ohren steif halten!

Und ob es jetzt an diesem Spruch liegt oder nicht: Ich habe das alles hinbekommen. Das frühe Aufstehen, mein Abi, das Abbrechen und Beginnen eines Studiums, ca. 6 Umzüge in den letzten 2 Jahren und das Ankommen in einer wieder neuen Stadt. Deshalb jetzt also von mir an euch: Haltet die Ohren steif! Gerade ihr, die ihr euch frisch in Bonn einlebt, ein (neues) Studium anfangt, Erstis seid und euch das ganze vermutlich ganz anders erträumt habt. Haltet durch und gebt nicht auf! Alles wird gut!

Über die Autorin

Ist ziemlich gut darin, spontan ein Studium abzubrechen, das Fach zu wechseln oder auch umzuziehen. Wie gut sie im Durchhalten eines Studiums ist, wird sich noch zeigen. Aber sie ist guter Hoffnung.
…Und wohnt mittlerweile auch schon seit über einem viertel Jahr in ihrer momentanen Wohnung!

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