Der AStA hält seinen Sexismus-Vorwurf gegen die BJB aufrecht

Richtigstellung: In der bisherigen Version sind wir davon ausgegangen, dass der gegen uns ausfällig werdende Rapper Vizzion selbst auch auf dem Camp anwesend gewesen sei, insbesondere auch weil er dies in seinen Ausfällen gegen uns so verbalisierte und in einer Programmübersicht der BJB vom 1.8. 2018 als Musiker aufgelistet war. Wie wir nun erfahren haben, wurde dies jedoch kurzfristig geändert, weshalb er zumindest als auftretender Künstler nicht in Bonn anwesend war. Da er jedoch zum Kreis der Rapper gehört, die auf die Kritik unsererseits mit Beleidigungen und Drohungen reagierten und offenbar auch von der BJB eingeladen wurde, halten wir unsere Kritik auch an seinen Aussagen weiterhin aufrecht.

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Umfassendes Statement vonseiten des Camps steht weiter aus

 

Nachdem die Kritik am „Thementag Feminismus“ beim Zeltlager der BJB am Samstag von dieser mit Belustigung und teils Gewaltdrohungen aufgenommen wurde, meldete sich auch der kritisierte Rapper mit einer vermeintlichen Entschuldigung zu Wort. In dieser distanziert Zeb sich von seinem Track „Bad Bitch“, weil dieser zwar vor drei Jahren seine Gefühlslage widergespiegelt habe, mittlerweile aber nicht mehr; auch ansonsten sei er natürlich keineswegs frauenfeindlich. Viele Kommentare lobten den Track nochmal, aber auch die „persönliche Weiterentwicklung“ des Rappers. Gleichzeitig jedoch griffen der Rapper und sein Umfeld Kritiker_innen seiner weiteren, ebenfalls sexistischen Lieder an und entschuldigten insbesondere den Battleraptrack, in der die imaginierte, von Gewaltfantasien begleitete Entjungferung der Schwester eines Gegners Thema ist, als normal und typisch für Battlerap. Zum Hintergrund ist bereits dem vergangenen Post einiges zu entnehmen, als Resümee kann festgehalten werden, dass sich die sexistischen Aussagen Zebs nicht auf einen einzigen alten Track beziehen, sondern sich systematisch durch seine Lieder und Battleraptracks ziehen. In diesem Zusammenhang ist auch nennenswert, dass er unter seinem Battlerap- Alter Ego auch die Zeile „Ich werd sauer und hab Lust drauf deine Mannschaft zu vergasen“ verwendet, zwar keine sexistische Zeile, aber nicht minder problematisch.

Weitere Zitatbeispiele sind unter diesem Post zu finden, da wir sie aufgrund des Inhalts gesondert aufführen wollten.

Mehrere Hinweise darauf, dass gerade linke Musik selbstkritisch mit Diskriminierungstendenzen umgehen müsse um glaubhaft zu sein, wurden in der Facebookdebatte ignoriert; Kritiker_innen wurden weiterhin beleidigt, da sie lediglich eine Hasskampagne gegen die BJB führen wollten – bereits vorangegangene Kontaktaufnahmen und privat gestreute Informationen über den Musiker wurden hierbei ignoriert.

Während die Organisationen EcoMujer und Frauennetzwerk für Frieden sich zwar zunächst entsetzt über ihre Kooperationspartner zeigten, sich dann jedoch für eine Teilnahme am Thementag entschieden – um die Möglichkeit zur tatsächlichen Aufklärung zu nutzen – kündigte die BJB eine dem Konzert vorgeschaltete Diskussion zu Sexismus und Jugendkultur an. Da es im Vorfeld weitere Gewaltandrohung gegen AStA-Mitarbeiter*innen gab, nahm aus dem AStA niemand offiziell daran teil, um sich keinem Risiko auszusetzen. Teilnehmer*innen berichten allerdings von einer einigermaßen ergebnislosen Diskussion; die Entscheidung für den anschließenden Auftritt der Rapper Zeb und Camaro wurde schließlich auch gegen interne Gegenstimmen getroffen, wobei sich die Konzertbefürworter_innen mit 5 zu 7 durchsetzen konnten. Daraufhin wurde es dem Rapper selbst überlassen, aufzutreten, woraufhin er sich für den Auftritt entschied.

Trotz der online groß zelebrierten Besserung in Bezug auf Sexismus war das Konzert dann doch das erwartete Beispiel der für viele Rapper typischen Frauenfeindlichkeit und zeigte auf, dass nicht nur Zeb, sondern auch seine Kollegen ein äußerst fragwürdiges Verständnis von Feminismus haben. Die Rapper tauchten erst etwa eine halbe Stunde nach offiziellem Konzertbeginn auf und standen somit für eine Diskussion zu den Vorwürfen im Vorfeld gar nicht erst zur Verfügung. Der darauf folgenden, insbesondere online geäußerten Kritik an den Lines über „Nutten“ wurde wiederum mit extremer Aggression begegnet: Auch vom zweiten Rapper Camaro folgte in einem anschließenden Statement die Androhung von Gewalt, neben sexistischen Beleidigungen durch den Rapper Camaro selbst wurde auch die Forderung nach Gulag-Zuweisung für AStA-Mitarbeiter_innen durch den ebenfalls beim Konzert auftretenden Rapper Vission wiederholt. Eine Zusammenfassung der getätigten Aussagen ist den Screenshots zu entnehmen, blaue Aussagen wurden vom Privatprofil des Rappers Camaro getätigt, Rot ist der im Vorfeld kritisierte Zeb und grün ist der Rapper Vizzion, der zum 1.8. noch als Special Guest angekündigt war. Camaro und Zeb sind am Samstag aufgetreten und haben sich vorher sowie im Falle Camaros insbesondere nach dem Konzert jeglicher inhaltlichen Kritik verwehrt.

Camaro gegenüber der Referentin für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit am 5.8. 2018 unter seinem Facebookpost

Gewaltandrohung von Vizzion

 

Verteidigung seines kritisierten Battleraptracks (Textauszug siehe hier) durch Zeb

Beide Aussagen ebenfalls getätigt durch Vizzion

Vizzion und Camaro, der zwischen seinem privaten Account und der Facebookseite immer wieder wechselte, bestätigen gegenseitig die Gulagfantasie

Es wurden  Vorwürfe an die Gegner_innen laut, die angeblich in der Diskussionsrunde gefehlt hätten – da aber Kritiker_innen des Auftritts sich selbst in den Kommentaren zu Wort meldeten und da gewesen waren, erwiesen sich diese Vorwürfe als unhaltbar. Der Rapper Camaro warf diesen vor, dass sie nicht bis nach seinem Konzert gewartet hätten, denn dann hätte man ja reden können – dass die Rapcombo selbst jedoch nicht einmal pünktlich erscheinen konnte, um gegebenenfalls eine Diskussionsrunde vor dem Konzert stattfinden zu lassen, schien keinem der kritisierten Rapper ein Problem zu sein.

In einem kurzen Kommentar des Bonn City Camps, der jedoch inzwischen gelöscht ist, verteidigte dieses die Rapcombo mit der Aussage, dass der Track über „Nutten“ aus Sicht eines „Dorftrottels“ geschrieben worden und damit okay sei, zu weiteren Vorwürfen müsse man gar nichts mehr sagen. Dies scheint die letzte Aussage der Organisator_innen zu dem Thema zu sein, denn seitdem wurde keine Stellung mehr bezogen.

Während vorher nur der Rapper Zeb trotz seiner Besserungsankündigungen durch Inkonsistenz aufgefallen ist – auch andere Tracks handeln von Vergewaltigung, auch als „Ehrenstrafe“, sowie von der Vergasung imaginärer Gegner – wird nun sein Partner Camaro extrem ausfällig; damit passt er wiederum sehr gut in das Umfeld der BJB, die sich bisher zwar kurz zu den Vorwürfen gegen Zeb geäußert und ansonsten auf ihre feministische Grundeinstellung gepocht hat, allerdings mit keinem Wort auf die aggressive Diskussion eingeht, die teils auf ihren Seiten stattfindet. Hierzu gehört die Toleranz sexistischer und gewaltverherrlichender Kommentare, eine erst sehr verspätete Stellungnahme, die zudem dem Narrativ folgt, es handle sich bei den kritisierten Tracks lediglich um ein Lied und die auch in der Diskussion unter Camaros Post, obwohl sie verlinkt ist, die vom Rapper ausgehenden Angriffe und Beleidigungen unkommentiert hinzunehmen scheint. Das gleiche gilt für die Aussagen Vizzions, die vonseiten der BJB unkommentiert blieben. Letztendlich ziehen sich die Rapper und das Umfeld des Camps auf die Position zurück, wir würden sie lediglich angreifen, um aus einer Frontstellung gegen ihre Position das gesamte Camp zu delegitimieren, deshalb sei jedwede Kritik unsererseits illegitim. Dieser Vorwurf einer bewussten Hetzkampagne aus persönlicher Motivation wurde auch vonseiten der BJB an Terre des Femmes geäußert, als diese die Veranstalter des Camps um eine Stellungnahme baten.

Selbst wenn wir in vielen Punkten große Differenzen zur BJB haben und aufgrund ihrer vergangenen Angriffe gegen den AStA jegliche Kooperation mit ihr ablehnen wollen wir aber betonen, dass sich die aktuelle Kritik auf die Einladung, Akzeptanz und Verteidigung sexistischer Künstler fokussiert und als solche behandelt werden sollte, anstatt sie komplett abzulehnen.

 

Wir fordern daher weiterhin alle Unterstützer_innen des Bonn City Camps, Referent_innen sowie am Rest des Camps interessierte Besucher_innen dazu auf, die geäußerte Kritik ernst zu nehmen, sich mit den Vorfällen auseinanderzusetzen und dem Bonn City Camp eine deutliche Absage zu erteilen. Es ist eine Schande, frauenverachtenden Künstlern im Rahmen einer vermeintlich feministischen Veranstaltung eine Bühne zu bieten und ihre Angriffe auf die Kritik unwidersprochen zu tolerieren. Es ist eine Schande, ein Camp im Zentrum Bonns stattfinden zu lassen und zu unterstützen, dessen Umfeld in Facebookposts Israel als Apartheidsstaat bezeichnet und es überhaupt für nötig hält, auf eine feministische Debatte mit Faschismusvorwürfen zu reagieren und diese Debatte mit dem Nahostkonflikt zu verbinden, um die Kritiker_innen zu delegitimieren. Es ist eine Schande, einer solchen Gruppierung, für die die Beschäftigung mit Antisemitismus dem Faschismus gleichkommt, einen so zentralen Ort für die politische ‚Bildung‘ zur Verfügung zu stellen und das nicht nur, aber gerade auch so kurz nach dem gewalttätigen Angriff auf einen jüdischen Professor in Bonn. Und es ist eine Schande, dass auf all diese berechtigte Kritik lediglich mit Gewaltdrohungen und Beleidigungen reagiert wird, anstatt das eigene Verhalten zu reflektieren und sich mit den Vorwürfen inhaltlich auseinanderzusetzen.

Solange dieser Denkprozess nicht glaubwürdig und selbstreflektiert öffentlich mitgeteilt wurde, kann die Bonner Jugendbewegung  nicht als feministische Bewegung ernstgenommen werden. Es zeigt sich durch diesen Mangel an Bemühung erneut, dass sie als Bündnispartnerin nicht infrage kommt.

Zweites Statement des AStA Bonn, des Referats für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit, der interfraktionellen Frauen*gruppe des Studierendenparlaments Matri-x furialis und des Friedrichs Wilhelm

 

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Anhang: Beispiele für Texte, wegen denen Zeb im Vorfeld kritisiert wurde

Unter dem Synonym S_A_C tritt Zeb regelmäßig in der Reim Battle Arena (kurz: RBA auf). Die hier vorgestellten Textzeilen sind Auszüge aus verschiedenen Audiodateien die auf der Homepage der RBA zu finden sind. Auch, wenn einige davon schon mehrere Jahre alt sind zeigt sich in der Kontinuität, dass bisher keine Reflexion stattgefunden hat und der Rapper Beleidigungen, die auf den Ehrverlust des Gegners durch Verweise auf Sex mit der Mutter oder Schwester abzielen, für unproblematisch und nicht antifeministisch hält. Vorsicht, derbe Texte!

S_A_C vs. Rectape

30.7. 2018

„da wurden die Mütter noch richtig gebumst, jetzt seh‘ ich nur schüchterne winzige Jungs“

S_A_C vs. Freshmint

01.05.2016

„Du wärst gern der Typ, der vielen Weibern in die Scheide bumst.“

09.05.2016

„…nehm(e) das Fixbesteck und werd deine Schwester ans Bett ketten…“

12.05.2016

„…das kann ich wie die Titten deiner Mum

aber nur mal eben blasen denn ficken war mir zu lahm – Nein!

bitte sag mir nicht du bist ein Flow-Gott ,

denn auch deine Schwester kennt bei mir keinen Blow-Stop,

bis es ihr hochkommt.

Dann nehm ich ihr´n Po doppelt so hart und sag, dass die Bestrafung von ihrem Blow kommt.

Sie denkt ihr Würgereiz würde ihre Würde sein.

Ich hole ein paar Typen und dann rennen wir zu dritt ihr Hintertürchen ein.“

 

S_A_C vs. JaryMane

11.04.2016

„Du nennst meinen Schwanz jetzt Hoheit, sonst gibts Klatschen für deine Schlampen“

14.04.2016

„…machst einen auf Rapgigant doch auf der Bühne wächst dir ne Scheide“

16.04.2016

„Deine Schwester wird hier blasen weil sie gerne möchte und wird danach von mir bewertet so wie Sterneköche.“

„…ich fahr zu deiner Mama nach Hause und dann hau ich sie dort den ganzen Tag weg“

 

S_A_C vs. _Key_

25.11.2012

„ey du punchst wie ne Frau“

27.11.2012

„Deine Frau ist eine Hure weil sie freizügig ist, breitbeinig so da hockt und weitet ihr Arschloch…“

„Ich werd sauer und hab Lust drauf deine Mannschaft zu vergasen“

„Deine Freundin hat mich schon so geknackt, wie deine kleine Schwester die mir in die Hose fasst und sagt: „Größer als bei meinem Bruder.“ Verdammt ich habs gewusst ihr seid dreckige Luder“

 

zeus der ketzer vs. S_A_C

25.01.2012

„Du bist leider nur so peinlich wie ein weiblicher G“

 

 

 

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