ELIA

Alternative Rock aus Bonn

Ein dunkler Probenkeller in Godesberg, fünf Jungs, die nach und nach eintrudeln und anfangen, ihre Instrumente zu stimmen. Es wird rumgealbert, jeder geht ein bisschen seinem eigenen Ding nach. Es gibt auch viel zu tun. Die Band Elia bestehend aus den zwei Frontmännern Lukas und Nico, den Gitarristen Markus und Zimmi und dem Drummer Flo haben ein Albumrelease, sowie eine ganze Tour vor sich. Trotzdem haben sie Zeit für ein Interview. Auch wenn sie sich scheinbar nicht darauf einigen wollen, wer hier wirklich das Sagen hat und seit wann die Band an sich denn nun wirklich existiert, harmonieren alle auf ihre ganz eigene Weise. Anders würde das Ganze schließlich auch gar nicht funktionieren. Innerhalb von fast drei Jahren haben die fünf bereits einen zweiten Platz bei dem überregionalen Bandcontest „Toys2masters“ belegt, eine EP und mehrere Singles veröffentlicht und waren schon zweimal auf Tour. Das alles hauptsächlich in Eigenregie. Wie sie das alles neben ihren Privatleben schaffen, ist ihnen selber nicht ganz klar.

Lukas im Bla in Bonn- Foto: Konzertsucht

Lukas übernimmt alles was „das Studio und Musik und so“ angeht, kümmert sich um die Koordination und die Absprache mit den anderen Bands und ist dabei noch angehender Mathe- und Physiklehrer. Nico rappt, schreibt den Großteil der Texte, ist nach eigener Aussage, der Typ, der die Fäden zieht und hat gerade nach abgeschlossener Ausbildung angefangen, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Er war es auch, der alle Bandmitglieder zusammengebracht und ihr ihren Namen, seinen Zweitnamen, verliehen hat. Schon vor der Bandgründung stand er mit Lukas im Studio und hat zusammen mit ihm Songs geschrieben, Musik gemacht und verschiedenes ausprobiert. Um diese dann auch richtig performen zu können, fand sich schließlich ‚Elia‘ mit Ausnahme von Flo, der erst später den alten Schlagzeuger der Band ersetzte.

ELIA auf dem Green Juice Festival 2018. Foto: Sonja Möller

Auch wenn die beiden Frontmänner ganz gerne gegenseitige Seitenhiebe verteilen, merkt man, dass sie sich aufeinander verlassen. Auch der Bassist Markus ist der Meinung, dass „hier auch alles nur kacke wäre, wenn das Ganze nur einer von beiden alleine machen würde“. Jeder der Jungs geht beruflich in unterschiedliche Richtungen. Zimmi arbeitet als Einkäufer und Flo macht eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Sie haben alle nicht wenig zu tun und trotzdem schaffen sie es, eine Band am Laufen zu halten. Um das alles bewältigen zu können, übernimmt jeder seinen Aufgabenbereich. Zimmi kümmert sich zum Beispiel um die Social Media-Plattformen der Band und auch wenn Nico den Großteil der Texte schreibt, entstehen die Songs dann doch im Endeffekt in Zusammenarbeit während Proben oder im gemeinsamen Urlaub. Lukas bastelt die Melodien, die er später auch singt, Nico kann sich mit dem Metrum anpassen und manchmal wirft auch Markus ein oder zwei Textzeilen ein, die mit eingebaut werden.

Einer der Frontmänner Nico rappt nicht nur, sondern schreibt auch den Großteil der Texte der Band.-Ftoto: ELIA

Auch die Songs für ihre aktuelle EP „Distanz“ sind gemeinsam entwickelt worden. Das Besondere an Distanz ist die Geschichte, die sie erzählt. Von „Distanz“ über „Konflikt“ bis „Konstant“ wechseln sich in den drei Songs Parts mit Klavierbegleitung und ruhigen Gitarrensounds mit Rap und geschrienen Refrains ab, bei denen auf Konzerten von ‚Elia‘ keiner mehr stillsteht. Die Songs handeln von Schmerz, verletzten Gefühle und dem Erkennen, was es bedeutet, loszulassen. Gleichzeitig will man sich beim Hören der Lieder nicht irgendwo zusammenrollen und traurigen Erinnerungen nachhängen. Lukas sagt selber: „In den Texten sind wir schon eine traurige Band“ und trotzdem bringen die Jungs bei ihren Konzerten so eine Energie auf die Bühne, dass man seinen Emotionen ganz anders freien Lauf lassen kann. Wer Elia kennt, weiß, was bei ihren Konzerten abgeht. Wenn das Publikum zu Höchstformen aufläuft, treibt das die Band dann natürlich noch mehr an. Sie geben dann einfach noch mehr Gas, selbst wenn sie dachten, das geht gar nicht mehr. Es gibt auch nach der Meinung von Markus, der in Bonn Jura studiert, nach den Konzerten nur zwei Möglichkeiten die Abende zu beenden: Entweder man geht nach Hause, fällt sofort ins Bett und schläft bis morgens durch oder man weiß, dass die Party noch nicht vorbei ist und dann wird erstmal drei Tage weitergefeiert. Oder es ist eben einer der Abende, an denen man mitternachts noch 300 km nach Hause muss, um morgens wieder auf der Arbeit zu erscheinen, ergänzt Zimmi.

Zimmi bei “Ludwigs Erben”- Foto: Konzertsucht
ELIA auf dem Green Juice Festival 2018. Markus auf dem Green Juice-Festival Foto: Sonja Möller

Was die Zukunft der Band angeht, sind schon jetzt neue Songs in Arbeit. Auch Merchandise ist in Planung. Nicos persönliches Ziel ist es, eines Tages die Möglichkeit zu haben, dass sie ihre Zeit ein Jahr lang nur der Musik widmen können. Es ist natürlich ein Projekt, was sehr vielen finanziellen Input braucht, wie Markus betont. Wenn das durch die Musik von alleine laufen würde, wäre das schon sehr luxuriös für ihn. Auch Zimmi hofft nicht auf den Universaltyp im Publikum, der nach einem Auftritt hinter die Bühne kommt und einen Finanzierungsplan in der Tasche hat. Das gehört für sie alle eher in die 80er Jahre und ist auch gut so, denn bis jetzt haben ‚Elia‘ es mehr als gut gemeistert das Rockstarleben selber in die Hand zu nehmen.


Distanz.
Konflikt
Konstant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


7 + acht =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.