Zu Besuch beim Chinesischen Neujahrsfest 2016

Das Jahr des Affen oder auch: Eine Reise ins Land der Mitte

von Paula Zeiler

cny2Ohne große Erwartungen, aber mit viel Hunger und dem Wunsch nach einer kleinen Lernpause betrat ich die Mensa Nassestraße. Nachdem wir unser Ticket gekauft hatten, gewährte uns ein breiter Mann im Anzug den Eintritt. So einen besonderen Einlass hatte das Studierendenwerk wohl noch nie gewährt. Schnell wurde einem bewusst, wie besonders dieses Fest für unsere chinesischen Kommilitonen sein muss. Denn alle Gäste, egal ob jung oder alt, trugen ihre schickste Garderobe. Auf dem Weg in den ersten Stock, sprachen zwei Studenten in wildem Chinesisch in ihre Walkie-Talkies. Man bekam das Gefühl, Teil von etwas ganz Wichtigem zu sein. Vor dem Programmbeginn servierte das Team des Studierendenwerkes typisch chinesisches Essen nach Originalrezepten. Vermutlich sind noch nie Besucher der Nasse-Mensa so satt nach Hause gegangen.  Nachdem Herr Huber, der Leiter des Studierendenwerkes, das gute Essen gelobt hatte, begann das dreistündige Programm.

Ein Moderatorenteam aus deutschen und chinesischen Studierenden geleitete uns durch den ganzen Abend. Trotz der Übersetzung verstanden die meisten Zuschauer meistens nur chinesisch, da die meisten Vorstellungen in dieser Sprache gehalten wurden. Besonders rätselhaft bleib der Auftritt des Beauftragten der chinesischen Botschaft in Düsseldorf. Wie ein junger General baute er sich auf der Bühne auf. Im strengen chinesisch sprach er und sagte, dass er auch im Jahre des Affen geboren sei, dies blieben seine einzigen Worte in Englisch. Zuvor hatte ein Mann im Affenkostüm Kamelle, nein Süßigkeiten, auf die Zuschauersitze geworfen. Ein Film der chinesischen Regierung zeigte dem Zuschauer im Vorfeld, dass es vor allem um die Zeit mit der Familie und das Essen ginge. Vor allem junge chinesische Studierende der Universität Bonn traten im Laufe des Abends auf. Alle wurden von Computeranimationen im Hintergrund begleitet. So hätte aus den gesanglichen Darbietungen auch eine Karaoke-Nummer werden können – selbstverständlich auf chinesisch. Zudem gab es Hip-Hop Tänzer, Kampfsportauftritte und eine chinesische Comedy-Einlage.
Nach vier Stunden beim chinesischen Neujahrsfest neigte sich der Abend dem Ende zu. Beim Verlassen der Mensa wurde mir klar, wie sehr ich in diese Kultur eingetaucht war. Aber auch, dass ich bisher nicht mehr über jene wusste, als gebratene Nudeln mit Hähnchen und Karate. Im nächsten Jahr werde ich vielleicht nochmal eine kleine Reise ins Land der Mitte unternehmen, diesmal vielleicht mit verbesserten Chinesischkenntnissen. Ein großer Dank gilt sicherlich der chinesischen Hochschulgruppe, welche dieses Fest nun zum vierten Mal organisierte.

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