„Ein falsches Bild von der Realität“

Zur Werbeveranstaltung der Landwirtschaftsverbände gab es auch Kritik und Widerstand

 von Sam F. Johanns

Redakteur des Artikels im Interview mit Aktivist_innen Foto: Ronny Bittner
Redakteur des Artikels im Interview mit Aktivist_innen Foto: Ronny Bittner

Ein breites Bündnis von Landwirtschaftsverbänden der Region richteten vom 6-8. Oktober eine Großveranstaltung auf dem Bonner Münsterplatz aus. Die Aktion stand ganz im Zeichen „Erlebnis Bauernhof“, zu dem man den Platz sprichwörtlich für drei Tage verwandeln wollte. Die positiven Aspekte, die man mit der Aktion unterstreichen wollte, konnen aber nicht alle Bonner_innen teilen. Wir trafen auf Angelika und Alex. Die Aktivist_innen der Albert Schweizer Stiftung, die beide auch an ihrer Uni als „Vegane Hochschulgruppe“ aktiv sind, haben mit ihrem Infostand am Rand der Veranstaltung Stellung bezogen. Ihre Plakate und Flyer kritisieren Massentierhaltung und werben für eine tierproduktfreie Ernährungsweise. „Ein falsches Bild von der Realität“ weiterlesen

Das Fastenbrechen in der DITIB-Moschee

In der letzten Woche des Ramadan besuchte ich m it Freunden ein Fastenbrechen in der Bonner DITIB-Moschee

Ein persönlicher Erlebnisbericht von Samuel F. Johanns.

moscheeEs ist der Dienstagabend des 28.06. Mit einem Bekannten sind wir zur DITIB-Moschee eingeladen worden. Unser Weg führt uns an der Bahnstrecke entlang zum Hochstadenring 43, wo die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bonn e.V seit 2010 an der Errichtung der Moschee arbeitet. Vor dem Eingang treffen wir unseren Kollegen Onur Özgen aus dem Sozialreferat des AStA, der uns eingeladen hat. Uns begrüßt ein kleines Minarett mit neongrünen Leuchten an der Spitze, welche für mitteleuropäische Augen oft als nahezu kitschige Farbgestaltung beschrieben wird. Der Andrang zur Essensausgabe ist ausgesprochen groß. Onur schätzt die Zahl der Teilnehmer dieses Abends auf ca. 600 Personen. Viele Geflüchtete seien unter den Leuten in der Schlange, man habe hier Leute aus insgesamt über 30 verschiedenen Nationen. Der Hunger ist vielen Menschen anzusehen und es ist mir unangenehm, da ich kein Muslim bin und daher auch nicht faste, vor jemand Hungrigem in der Schlange zu stehen. Das Fastenbrechen in der DITIB-Moschee weiterlesen

» Ich bin besser als ihr! «

GELD  Jan Bachman. Nennt sich im Ausland Jean Riverman. Er kann sich mittlerweile in Menschen hineinversetzen die fehlerhaft sind.
Wir haben ihn interviewt.
Er ist besser als wir.

Interview und FOTOS Sam F. Johnson

jean-Riverman-mfw: Guten Tag
Jean: Guten Tag, hier nehmen Sie eine Hand voll Geld.
(gibt dem Redakteur eine Hand voll Geld)

fw: Ich bin wegen Ihrer Namen etwas verwirrt. Soll ich dich Jan oder Jean nennen.
Jean: Was bilden Sie Knallcharge sich eigentlich ein? Es mag ja vielleicht in Ihren vulgären Kreisen üblich sein, sich zu duzen, vergessen Sie aber nicht, dass Sie hier mit einem Menschen reden, an den Sie nicht heranreichen, selbst, wenn Sie sich auf die Zehen stellen! » Ich bin besser als ihr! « weiterlesen

Aktivist*innen eingesperrt

Kommentar von Jan Bachmann

Der Streit um die Besetzung des LIZ erreichte am Mittwoch, 15. Juni, eine neue Qualität, als ein Vertreter der SIGNA die Aktivist*innen und einige Gäste im besetzten Haus einsperrte. Ohne Ankündigung versperrte der Vertreter der SIGNA Vorher- und Hintertüre und setzte so neun anwesende Personen über den Vormittag fest. Nicht nur, dass eine Freiheitsberaubung als Mittel in einer Auseinandersetzung zivilisierter Menschen völlig deplatziert ist, gefährdete dieses wahnwitzige Unterfangen ernsthaft die Sicherheit der Eingeschlossenen. Zurecht ist ein solches Vorgehen strafbar. Bleibt nur zu hoffen, dass die SIGNA in diesem Konflikt künftig auf zumindest halbwegs anständige Mittel zurückgreift.

Von Fahrrädern und Biotüten

Am ,,Tag des kaputten Fahrrads“, der dieses Jahr schon zum zweiten Mal stattfindet, treffe ich mich mit Chantal Zinke, Referentin des Referats für Ökologie und Mobilität, im Innenhof des Hauptgebäudes.

von Clarissa Clever

Foto: Sam F. J.
Foto: Sam F. J.

FW: Hallo Chantal, erstmal Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl! Wie lange arbeitest du schon im Ökologie-Referat?

C.: Vielen Dank. Jetzt sind es bestimmt schon dreieinhalb Jahre. Referentin bin ich jedoch erst seit September letzten Jahres.

FW: Warum engagierst du dich gerade im Öko-Referat?

C.: Ich denke, dass es so am besten möglich ist, im Bereich Nachhaltigkeit Einfluss auszuüben und Studierende auf das Thema aufmerksam zu machen, z.B. hatten wir, als die Klimakonferenz war, eine Infoveranstaltung zu diesem Thema. Mir ist es auch wichtig innerhalb des Referats aktuell zu bleiben.

FW: Was organisiert und bietet ihr denn so an? Von Fahrrädern und Biotüten weiterlesen

Aktueller Stand der Besetzung im Viktoriakarree

 von Laila N. Riedmiller

Seit über drei Wochen sind die Räumlichkeiten der Rathausgasse 6 nun besetzt. Doch wie sieht es aktuell aus, welche Rolle nimmt die Polizei ein, was sagt die Stadt Bonn und wie steht die SIGNA Holding zu der Besetzung?

Aktuell, so scheint es, sprechen die einzelnen Parteien nur wenig miteinander. Dies aber wohl auch, weil die Zuständigkeiten klar verteilt sind und eine Räumung nur durch eine Räumungsklage der Sighna Holding initiiert werden kann. Dies steht jedoch nicht an. Die Pressesprecherin der Polizei, Ruth Braun, teilt auf Nachfrage mit, eine Räumung in polizeilicher Eigenregie fände nur statt, wenn sich die Gefahrenlage vor Ort akut verändere. Aktueller Stand der Besetzung im Viktoriakarree weiterlesen

„Wir wollen einfach mal sehen wie lange das gut geht!“

Über das Forschungsprojekt „Viktoria!“

 Satire von Lupf Lapumaduler

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Versuchstiere auf dem Testgelände mit Wärtern. Foto: Laila N.R.

Forschung: Seit einigen Monaten bereits macht das „Ständige Institut für gesamten und natürlichen Ausfall“ (SIGNA) nun eine Langzeitstudie in der Bonner Innenstadt. Ein Sprecher zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Studie zufrieden und erklärte uns, was es mit dem Projekt auf sich habe: „Die Forschung hier verfolgt gleich zwei Schwerpunkte, den architektonisch-baulichen und einen sozialen. Zum einen wollen wir einfach wissen, wann genau so ein eigentlich noch intakter Häuserblock einkracht, wenn man ihn überhaupt nicht mehr nutzt. Und zum anderen wollen wir gucken, wie lange die Leute sowas mitmachen (lacht hämisch). Unser erster Teil des Experiments, die Leute hier mit einer sinnlosen Shopping Mall zu malträtieren, wurde ja schon abgewehrt, jetzt sind wir gespannt, wie sich die Versuchsratten so in Runde zwei schlagen.“ „Wir wollen einfach mal sehen wie lange das gut geht!“ weiterlesen

Studierende, stellt die Räder ab!

Die Buslinie 632 könnte eingestellt werden

 von Laila N. Riedmiller

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Foto: fw

Studierenden, die regelmäßig in Richtung Venusberg fahren müssen, ist die Linie 632 bekannt. Sie wird gerne genutzt, um Fahrräder über den Berg zu nehmen und abends mit dem Rad nach unten zu fahren. Insbesondere die Naturwissenschaftler_innen und Mediziner_innen der Uniklinik machen von der Fahrradlinie regen Gebrauch, die zwischen Poppelsdorf und dem Venusberg verkehrt.
Diese soll, so sieht es eine Beschlussvorlage vor, die nun in den politischen Gremien diskutiert wird, eingestellt werden. Grund dafür, so teilen die SWB auf Anfrage mit, sei eine fehlende Wirtschaftlichkeit der Buslinien. Christian Smydra, Sachbearbeiter der Stadt Bonn und zuständig für die ÖPNV-Angebotsplanung, verweist darauf, dass die Linie im Schnitt pro Fahrt neben den Fahrradfahrer_innen nur von ca 8 weiteren Fahrgästen genutzt würde –  gegenüber 46 Fahrgästen, die im Schnitt pro Fahrt die Linie 601 nutzen. Studierende, stellt die Räder ab! weiterlesen

Was wird aus Viktoria?

Ein Ringen um das Primat der Politik

 von Laila N . Riedmiller und Sam F. Johanns

Kundgebung von Viva Viktoria am 11.05. Foto: Laila N. Riedmiller
Kundgebung von Viva Viktoria am 11.05. Foto: Laila N. Riedmiller

Wie die Stadt aussehen soll in der wir leben, darüber herrschen in Bonn unterschiedliche Vorstellungen. Mehrere Bonner Gruppen kämpfen gegen einen Leerstand des Viktoria-Viertels, der in ihren Augen, seitdem das Projekt Shopping-Mall durch das Bürgerbegehren 2015 auf Eis gelegt wurde, nun fortgesetzt wird. Die restlichen Mietverträge laufen zum 30.6. aus. Was danach mit dem Viertel geschehen soll, ist weiter ungewiss; dies erregt die Gemüter und zieht Protest nach sich. Die Mieter_innen der kleinen Geschäfte im Viertel könnten sich die höheren Mieten nicht mehr leisten, es wird befürchtet, dass große Ketten vom Marktplatz ins günstigere Viktoriakarree hinüberziehen und in der Fußgängerzone Leerstand folgt. Während die Bürgerinitiative Viva Viktoria am 11.05 ihren Unmut über die bevorstehende Schließung des Traditions-Clubs BlowUp in Form einer großen angemeldeten Kundgebung Luft machte, geht diese Art von Demonstration anderen Gruppen nicht weit genug. So besetzten am Abend vor der Veranstaltung Aktivisten der Gruppe LIZ  ein Haus im Viertel, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum BlowUp befindet und zuvor das Café Kurzlebig beheimatete. Was wird aus Viktoria? weiterlesen

„Wir hoffen auf gute Nachbarschaft!“

FW im Interview mit L!Z-Aktivisten

Laila N . Riedmiller und Sam F. Johanns im Gespräch mit Aktivist Peter Zeisig (Pseudonym)

Hinweisschilder im von L!Z besetzten Haus. Foto: Sam F. J.
Hinweisschilder im von L!Z besetzten Haus. Foto: Sam F. J.

Wir betreten die Büroräume, die die Kampagne LIZ seit über einer Woche besetzt hält. Schilder weisen darauf hin, dass das Gebäude sorgsam zu behandeln und nicht zu vermüllen ist. Das Fotografieren ist ohne ausdrückliche Erlaubnis verboten. An den Wänden hängen Zeichnungen und Poster, aus den Boxen dröhnt Queen. Wir setzen uns aufs Sofa und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Nach wenigen kurzen Telefonaten betritt Peter Zeisig mit einem Kaffee in der Hand den Raum. Mittlerweile befindet sich das libertäre Zentrum im Aufbau. Rechner sind angeschlossen. Die Wände zieren Tafeln mit politischen Entscheidungen aus den Plena der Gruppe. Neben uns befinden sich etwa 10 weitere Personen in der Anlage. Gemeinsam mit Peter ziehen wir uns in den gut bestückten Umsonstladen zurück, um das Interview zu führen.

FW: Was könnt ihr zum gegenwärtigen Zustand der Büroräume der „R6“ sagen? „Wir hoffen auf gute Nachbarschaft!“ weiterlesen